Eine Bewusstseinsentzündung

Ich mache mir schon lange Gedanken zu diesem Thema und es ist ein so umfassender Themenkomplex, dass ich manches nur anreißen kann, das sicherlich eine eigene Diskussion verdienen würde. Doch geht es mir weniger um die genaue Bestandsaufnahme der aktuellen Situation, als darum einen Weg zu etwas neuem, gesünderem zu finden.

Denn die Beziehungen zwischen Männern und Frauen galten schon immer als heikle Angelegenheit, besonders wenn es um Sex geht. Schon die alten Griechen hatten ein Theaterstück, gar eine Komödie zum Thema Männer, Frauen, Macht und Sex: Lysistrata. Und noch immer gibt es immer mehr Literatur und Filme dazu, die offenbar nie ihren Unterhaltungswert einbüßen und natürlich auch immer wieder reale Ereignisse – die weniger unterhaltsam sind, jedoch einen Haufen Gemüter beschäftigen.

Der jüngste Ausdruck dessen ist die gegenwärtige #metoo Bewegung – die gerade zu einer Flut von internationalen Bekenntnissen führt: von mehr oder weniger bekannte Frauen und Männer, die unter mehr oder weniger bekannten und übergriffigen Männern in überlegenen Machtpositionen mehr oder weniger stark gelitten haben, aber teilweise auch davon profitiert haben… Und von Männern, die sich zu ihrer Grenzüberschreitung mehr oder weniger reumütig äußern, sich aber auch teilweise selbst als Opfer fühlen.  

Es muss uns bewusst werden

Natürlich ist es gut, dass dies mal wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein dringt: dass es ganz offensichtlich ein massives Problem im gesunden Miteinander von Männern und Frauen gibt und dies sicherlich nicht erst seit der  erfolgreiche amerikanische Filmproduzent Harvey Weinstein öffentlich gestellt wurde, weil er junge Frauen weniger als Menschen, denn als ihm zustehendes Naschwerk behandelt. Und er ist nicht der erste, der wegen sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen geriet – nur derzeit einer der prominentesten – aber dergleichen ist immer wieder Thema. Ich erinnere an den französischen Politiker Dominik Strauß-Kahn und den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und bei uns in Deutschland – nicht ganz so prominent – der FDP Politiker Rainer Brüderle 2013 und jüngst der bisher als unbescholten geltende US-Schauspieler Kevin Spacey.

Auf eine große Welle der Empörung folgt dann eine etwas kleinere Welle der Reumütigkeit (auch wenn die jedes Mal ein bisschen größer wird) und öffentlicher Betroffenheit oder Besorgnis. Dann beruhigen sich die Medien und die Gemüter wieder – bis das Fass nach einer Weile wieder überläuft… Ob das für Einzelfälle Folgen hat, wissen nur die Betroffenen. Kann sein, dass sich jetzt für den Produzenten tatsächlich jetzt etwas dauerhaft ändert und vielleicht sogar im amerikanischen Filmbetrieb. Aber verhindern Regelwerke tatsächlich dass Menschen ihre Machtpositionen nicht ausnutzen? Denn das gilt nicht nur für Männer.

Macht wird ausgenutzt

Studien im Bereich der Genderforschung haben ergeben, dass dies nicht erst seit dem von uns seit tausenden von Jahren erfahrenen Patriarchat so ist: auch das Matriarchat – wenn auch von vielen gepriesen oder gar glorifiziert – hatte seine Schattenseiten und Männer litten trotz physischer Überlegenheit unter den ranghöheren Frauen, die ihre Macht und ihren Status ausgenutzt haben…  Ehrlich gesagt muss man dafür nicht mal bis in die graue Vorzeit blicken: wir hatten auch in unserer Geschichte Frauen in Machtpositionen, die das gnadenlos zu ihrem Vorteil genutzt haben, auch in Bezug auf Männer und Sex: Kleopatra, Elisabeth I von England, Katharina II. von Rußland usw. usf. Kurz: wenn gewisse Frauen die Möglichkeit dazu haben, nutzen sie die auch… 

Übrigens ist auch der Einsatz von häuslicher Gewalt nicht auf männliche Täter beschränkt: Berlin hat längst ein Männerhaus, wo Männer, die unter gewalttätigen Ehefrauen leiden, Zuflucht nehmen können… Und längst ist bekannt, dass psychische und emotionale Gewalt zwar nicht immer so offensichtlich ist, aber genauso traumatisch sein kann, wie physische… Und dann gibt es noch den heiklen Bereich, wo Frauen in einer scheinbaren Unterlegenheitsposition Männer absichtlich oder unabsichtlich in Schwierigkeiten gebracht haben, indem sie ihnen öffentlich einen sexuellen Übergriff unterstellten – auch daran sind schon Karrieren und Menschen zerbrochen.

Eine Sache der Integrität

Ich glaube, ehrlich gesagt, dass Regelwerke zwar helfen können – aber das eigentliche Problem nicht lösen, nämlich dass manche Menschen ihre Machtposition gegenüber jemandem, den sie attraktiv finden und der ihre Gefühle vielleicht sogar oder eben nicht erwidert, ausnutzen und auch auf den Intimbereich ausdehnen – Scham, Angst vor Erpressung und häufige wirtschaftliche Abhängigkeiten sind machtvolle Dynamiken und keine Regel, kein Gesetz kann einem die Entscheidung abnehmen, ob man sich für die eigene Integrität oder den möglichen Gewinn entscheidet. Hätte ich eine ‚bessere‘ Karriere gemacht, wenn ich zu gewissen Zeiten auf gewisse unmoralische Angebote eingegangen wäre? Das ist sogar ziemlich wahrscheinlich. Würde es mir dann besser gehen als heute? Seelisch sicherlich nicht. Und lassen wir nicht außer Acht, dass es noch immer Orte und Situationen in der Menschheit gibt, wo es dabei nicht nur um eine Entscheidung zwischen Selbstachtung und Selbstverrat geht, sondern zwischen Leben und Tod!

Außerdem gibt es kulturelle Unterschiede: mediterrane Frauen in Deutschland denken zunächst mal, mit ihnen stimmt was nicht, weil nicht dauernd einer hinter ihnen herpfeift… Nordeuropäische Frauen staunen über ihre italienischen Mitpassagierinnen in den Bussen Roms, die offenbar bei jeder Fahrt, wenn der Bus nur halbwegs voll ist, sich von so vielen Händen begrabschen lassen müssen, dass die eigenen zwei Hände nicht ausreichen, um diese abzuwehren…

Und immer gilt: Angst und Scham sind immer gegenwärtig, die Dunkelziffer ist hoch und die Grauzone riesig: wann ist es Flirt, wann eine rüde Anmache? Wann ist eine Äußerung ein Kompliment oder eine Kränkung? Wenn sie so gemeint ist oder so empfunden wird? Und dann diese undefinierbaren unangenehmen Kleinigkeiten, die erst in der Summe eine echte Belästigung werden. Wir alle kennen das: der Begrüßungskuss, der zu lange ausgedehnt wird, das Pressen des Unterleibes an den anderen bei einer eigentlich rein höflichen Umarmung…die Hand, die ein bisschen zu lange auf dem Rücken liegen bleibt, oder zu schnell auf den Po rutscht… Dass jemand sich als Opfer fühlt – ob zu Recht oder zu Unrecht… ist nicht mit einem Regelwerk zu ändern.

Gemeinsame Aufarbeitung ist klug

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Vergewaltigungen sind nicht Teil der Grauzone – die sind meist sehr eindeutig ein Gewaltakt, der verfolgt werden sollte. Nicht nur um des Opfers willen, auch der Täter kann bleibende Schäden davon tragen. Erst Recht, wenn er „eigentlich“ nicht der Typ ist und sein Leben lang rätselt, wie es „ausgerechnet ihm“ passieren konnte.

Thordis Elva und Tom Stranger sind eine Frau und ein Mann, die diese traumatische Begegnung, die ihrer beider Leben massiv beeinflusst hat, sehr berührend in einem Buch und auch einem Tedtalk schildern und auch, wie sie sich von diesem Trauma befreit haben und befreien. Das ist natürlich ein Einzelfall – aber eines, das zeigt was möglich ist, wenn die Betroffenen für sich noch stärker in die Verantwortung gehen und eine Heilung anstreben. In diesem Falle war es die junge Frau, die schließlich den jungen Mann nach einigen Jahren wieder ausfindig machte. Sie waren vor der Vergewaltigung ein junges Paar gewesen, bis es dadurch zum Bruch kam. Und es ist bekannt, dass sich bei den meisten Vergewaltigungen Täter und Opfer kennen, und vielleicht sogar mochten – umso kraftvoller ist es dann, sich gegenseitig bei der Heilung zu unterstützen. Aber genug dazu, mehr darüber ist problemlos im Internet zu finden.

Ich möchte in diesem Artikel noch einen Schritt tiefer gehen. Für mich stellt sich die Frage:  was liegt eigentlich diesem bemerkenswert häufig so dysfunktionalen Miteinander zwischen Mann und Frau zugrunde?

Die Bewusstseinserkrankung

Ich wage zu behaupten, wir haben eine chronische, kollektive Bewusstseinsgrippe. Manche Menschen leider mehr darunter als andere. Manche kämpfen mit chronischen Beschwerden, andere haben sich arrangiert und sich an einen gewissen „Dauerschnupfen“ gewöhnt, so, wie man sich an eine Narbe gewöhnt: sie ist immer da, bereitet – je nach Wetterlage – mal größere, mal kleinere Beschwerden, aber man kann nichts dagegen machen und insgesamt bewältigt man ja seinen Alltag, mal besser, mal schlechter… Wieder andere erkranken schwer und sterben teilweise sogar daran. Nur ganz wenige sind tatsächlich immun oder haben diese Erkrankung bei sich vollkommen ausgeheilt und sind zutiefst gesund. Dieser Bewusstseinsvirus ist uns so selbstverständlich, dass wir seine Existenz und die damit einher gehenden Beschwerden für normal, regelrecht Teil der Gesundheit halten. Während wir seine Abwesenheit als ungewöhnlich und sogar gelegentlich als verrückt empfinden können.

Unsere Medien sind voll davon und tragen ihren Teil dazu bei: der amerikanische Publizist Jordan Pargin, alias David Wong, Chefredakteur des Webzines Cracker hat anschaulich verdeutlicht, dass Kinohelden beispielsweise verkörpert von „echten Kerlen“, wie Sean Connery und Harrison Ford ihre Frauen in der Regel gegen deren Willen und schließlich mit mehr oder weniger Gewalt rumkriegen. Einmal geküsst geben die widerspenstigen Katzen dann jeglichen Widerstand auf und schnurren wie ergebene Kätzchen in seinen starken Armen. Gewiss ist das dramatisch wirksame Spiel von Jäger und Beute einigermaßen unterhaltsam, hat aber natürlich nichts mit einem respektvollen Umgang miteinander zu tun.

Der Schatten des Eros

Trotzdem greift da auch eine gewisse archaische Dynamik, die Männer wie Frauen oft erotisiert: Ich erinnere mich an eine Studie – es muss so Ende der Neunziger gewesen sein, ich kann sie leider nicht mehr ausfindig machen – die mich nachhaltig beeindruckte. Dabei wurde untersucht, wie Männer und Frauen nach einem Kampf miteinander umgehen. Den Ergebnissen der Studie zufolge sei es so, dass wenn eine Frau einen Mann besiegt, sie sofort ihr erotisches Interesse an ihm verliert. Gewinnt aber er…steigt es. Weil er stärker war, entsprach er dem archaischen Instinkt, dass ein Vater seinen Nachwuchs beschützen können muss. Das überschreibt das Gefühl für Integrität. Ist das so?

Ich kann von mir nur sagen, dass ich es natürlich wunderbar finde, wenn ein Mann meine Verletzlichkeit wahrnimmt, würdigt und absolut bereit ist, mich vor verbaler oder physischer Gewalt zu beschützen… Und ich finde das attraktiv und es stärkt mein Gefühl für meine Weiblichkeit. Dann bin ich gerne bereit, sein Bier zu halten und ihm später auch mal den Rücken zu massieren…

Wohingegen, wenn ein Mann bei mir oder durch mich Schutz sucht, ich misstrauisch werde – da klingelt bei mir die „Mutti-Alarmglocke“ und ich fühle mich alles andere als sexy. Ich habe auch schon erlebt, wie sich Frauen in Gegenwart ihrer Männer für diese stritten und quasi deren Ehre verteidigten. Wie gewisse Mütter, die auf dem Spielplatz in den Sandkasten springen, um ihre Kinder im Kampf gegeneinander zu unterstützen… Das ist einerseits nicht ohne Humor und andererseits irgendwie befremdlich: weil alle Beteiligten in so einer Situation nervig unerwachsen sind und eigentlich nicht an einer souveränen Lösung sondern an einem Sieg interessiert sind. Aber der währt nur bis zur nächsten Herausforderung…

Ist männliche Gewalt immer schlecht?

Mir begegnen immer wieder Männer, die mir erklären, dass sie den Gewaltaspekt an Männern hassen und Vergewaltigung ganz besonders schlimm finden. Sie fühlen mit den armen Frauen fühlen und verachten die Männer, die so etwas verwerfliches tun. Solche Bekundungen, die ich gerne mal etwas undifferenziert unter „lieber Lamm als Löwe“ abbuche, machen mich ehrlich gesagt aggressiv. Natürlich stimme ich zu, dass Vergewaltigungen verwerflich sind – aber sorgenvolles Mitleid mit den Opfern nützt herzlich wenig. Mutiges Mitgefühl hätte mehr Kraft. Ich würde mir von Männern wünschen, – wenn sie je in eine solche Situation kommen – dann mutig einzuschreiten… Und dafür gegebenenfalls auch ihre Körperkraft einzusetzen. Ich erinnere solche Männer gerne daran, dass jeder Feuerwehrmann und jeder Chirurg auch Gewalt einsetzen muss, um anderen zu Wohlergehen zu verhelfen. Und schließlich geht es nicht nur darum, Kampfsport und Selbstverteidigung für Frauen anzubieten, sondern auch Männern zu vermitteln, was Gewalt gegen Frauen für Folgen hat. Nicht nur für das Opfer, sondern auch für sie.

In unserer Kultur gibt es kaum ein Bewusstsein darüber und noch weniger Wissen, dass ein sexueller Übergriff  massive und komplexe psycho-energetische Folgen für beide haben kann. Nicht nur mieses Karma, um´s mal salopp esoterisch zu sagen. Das genauer auszuführen, würde hier den Rahmen sprengen. Doch allgemein kann man sagen, dass durch diesen Gewaltakt auch die feinstoffliche Energetik beider nachhaltig beschädigt wird. Denn es ist ein Akt von Nicht-Liebe und entfernt beide weiter von der Liebe. So ist beispielsweise jede ihrer künftigen Begegnungen mit einem potentiellen Liebespartner künftig davon geprägt.

Es wird viel gelitten

Ich glaube, in Wirklichkeit leiden da alle viel mehr, als wir uns bewusst sind: der Mangel an einem gesunden Frauenbild, gesunden Männerbild und einem Bild für ein gesundes Miteinander ist viel zu weit verbreitet und die Medien profitieren vom Mangel daran und der Suche danach. Denn die wenigsten haben ein gesundes Bewusstsein über ihre Geschlechtsidentität

Ich weiß nicht, wann genau diese Entzündung in der Menschheit begann, welcher Virus sie verursacht haben mag. Aber fest steht, dass wir sie schon so lange haben, dass wir sie für naturgegeben halten. Und natürlich gab und gibt es Institutionen und Bewegungen die von dieser Entzündung bestens profitiert haben und also kein Interesse hatten, dass sie je geheilt wird. Im Gegenteil, wie z.B. die meisten Kirchen und Religionen, das Militär, die Wirtschaft, der Faschismus uvm. Tatsächlich wird seine Unheilbarkeit propagiert…

Also akzeptieren die Menschen das Generation um Generation: all die als Weisheit geltenden Glaubenssätze, dass Lieben ohne Leiden nicht geht, dass Männer und Frauen sich nie verstehen werden, der „Kampf der Geschlechter“ ist ein fest stehender Begriff, die Scheidungsraten steigen stetig und sind zuletzt in Deutschland hauptsächlich deswegen gesunken, weil insgesamt überhaupt weniger Leute geheiratet haben – es also weniger Ehen zu scheiden gibt. D.h. das Vertrauen in die Ehe sinkt stetig und nie hat es in unserer Kultur mehr Singles gegeben als jetzt  – und das ohne einen Krieg, der potentielle Ehepartner eliminiert hat.

Viele Faktoren halten die Entzündung aufrecht

Apropos Kriege, die haben auch einen starken Einfluss auf die unausgewogene Einstellung der Geschlechter zueinander. Grundsätzlich gilt, dass Frauen über Generationen einen Hass auf Männer entwickeln können, weil sie diese für die Kriege verantwortlich machen. Denn dabei kamen die Ehemänner, Söhne, Väter und Brüder ums Leben und sie wurden mit den kleineren Kindern und der Haushaltsbewältigung im Stich gelassen. Oder die Männer/Väter kamen so traumatisiert zurück, dass das Miteinander für alle  qualvoll war. Dies ist oft auch die Grundlage für eine ererbte Männerverachtung und ein tiefes Misstrauen, dass nämlich auf die Männer nicht wirklich Verlass ist… Männer dagegen können sich über Generationen missachtet fühlen, weil die Frauen das große Opfer, das sie in den Kriegen bereit waren, zu bringen – um eben sie, die Kinder und das Vaterland zu beschützen, nicht gewürdigt haben. Sie waren bereit, ihr Leben für den Schutz der Familie herzugeben… Dass dieses Opfer nicht nötig gewesen wären, wenn es gar nicht erst zum Krieg gekommen wäre, führt dann manchmal auf beiden Seiten zu einem grundsätzlichen Hass auf die Menschheit und das Mensch sein an sich.

Und neben diesen kollektiven und ererbten Prägungen kommen dann noch familiäre Traumata dazu, die zu unserem unterbewussten Verhalten beitragen: vielleicht wurde die Urgroßmutter vergewaltigt, vielleicht ging die Großmutter öfter mal fremd, vielleicht hat der Großonkel die Vergewaltigung seiner Mutter mit ansehen müssen, vielleicht hat der Großvater seine Kinder geschlagen, so wie er selbst geschlagen wurde…Was auch immer. Viele sind sich jedoch ihrer unterbewussten Programme, seien sie selbst entwickelt oder übernommen, überhaupt nicht bewusst und staunen dann, wenn – wie es so oft in meinen Sitzungen geschieht – sich herausstellt, dass einem Problem ein unterbewusster, oft übernommener, Männerhass, oder Frauenhass oder beides zugrunde liegen kann, der natürlich den eigenen Selbstwert massiv beeinträchtigt.

Beschädigter Selbswert

Das gilt für Männer und Frauen aller Altersgruppen. Aber wir sind immer verantwortlich dafür, wie wir uns fühlen und benehmen – egal aus welcher Schicht unseres Bewusstseins unser akutes Verhalten gesteuert wird und werden von den anderen dafür zur Verantwortung gezogen. Sehr wenige sind sich immer ihres Tuns und dem Ursprung ihrer Gefühle immer absolut bewusst und verfügen über die Souveränität mit einer unangemessenen Situation angemessen umzugehen: beispielsweise wenn beim Gruppenphoto, wo vorne gemeinsam in die Kamera gelächelt wird, plötzlich eine unerwünschte Hand auf einem Frauenpo landet, oder ein Mann bei einer Beerdigung aus einer Reihe hinter sich plötzlich einen Kniff in den Hintern erhält… Und wenn bei all dem noch Alkohol oder Drogen im Spiel sind, wird es noch schwieriger. Und dann sind da noch die einzelnen Exemplare unserer Spezies, die den Ruf ihrer Geschlechtsgenossen mächtig beschädigen können: der wildfremde Typ, der sich in der Berliner S-Bahn neben mich setzte, nach zwei Stationen plötzlich den Arm um mich gelegt hatte, mich lüstern an sich drückte und mir feucht in den Nacken atmete, oder die junge Frau im engen schwarzen Lederrock mit halbtransparentem Spitzenoberteil, die sich wundert, wenn ihr in der Kneipe nicht nur einer auf den Hintern klatscht. Sicherlich darf sie anziehen, was sie will und natürlich ist das keine Einladung jemanden, der sich ordinär kleidet, auch ordinär zu behandeln. Ich zücke ja auch nicht die Streichhölzer, wenn ich einem Feuerwehrmann begegne oder zeige meine OP-Narbe, wenn mir jemand erzählt, er sei Arzt… Aber leider sind wir nicht immer Herr und Herrin über unsere Sinne und dann kann es zu Entgleisungen kommen – unabhängig vom Alter, Bildungsstand und Kultur. Das ist menschlich und wird erst dann schlimm, wenn man für die eigene Entgleisung keine Verantwortung übernimmt: Flegel und Gentleman geht durchaus zusammen, genau wie Luder und Lady. Sie gelten ja auch durchaus als attraktive Mischungen und kommen gar nicht so selten vor.

Wenn jedoch die Verantwortung für die Entgleisung dem anderen zur Last gelegt wird, dann ist halt sofort wieder die Täter-Opfer Dynamik da und die versaut es für alle und ja, bei Minderjährigen im Kontakt mit Erwachsenen liegt die Sache sicherlich etwas anders.

In jedem Falle steht fest, dass wenn unterbewusster Täter auf unterbewusstes Opfer trifft und sie sich dann gegenseitig für das Geschehene verantwortlich machen und nicht bereit sind, sich damit bewusst und konstruktiv auseinander zu setzen, es immer schlimmer wird und immer mehr Menschen in diesen unguten Strudel zieht. Die allerwenigsten von uns können mit sich und jemanden vom anderen Geschlecht bisher so souverän umgehen, dass gerade wenn die Anziehung nicht gegenseitig ist und der Übergriff überraschend erfolgt (Frauen: Ihr wisst genau, was ich meine. Männer: fragt die nächste Frau in Eurer Nähe, was ich meine…) es nicht zu Groll und Vorurteilen führt, zu Kränkung und Missachtung und manchmal eben auch zu Hass und Gewalt.

Wir müssen alle noch viel lernen. Doch noch wichtiger als die vielen Ursachen der Bewusstseinsentzündung ist die Frage, ob sie heilbar ist.

Können wir je wieder gesund werden?

Haben wir überhaupt eine Chance je aus diesem verminten Gebiet herauszukommen? Und wenn ja, wie? Wo werden Modelle im Umgang miteinander gelebt, die Orientierung bieten können? Wo dürfen sich nach einer unguten Begegnung betroffene so sicher fühlen, dass sie sich trauen, ehrlich zu reagieren? Wo sie auch ihren möglichen Schock oder das Trauma mit liebevoller Unterstützung aufarbeiten können und nicht irgendeine Form der Demütigung fürchten oder sich dauerhaft schämen müssen? Wo vielleicht alle schließlich so achtsam und bewusst sind, dass die Grenzüberschreitungen von alleine irgendwann verschwinden?

Wir im Westen halten uns für fortschrittlich, weil Gewalt gegen andere Menschen, auch in der Ehe strafbar sind, Frauen bei uns einem Beruf ihrer Wahl nachgehen können und Frauen überhaupt an Wahlen teilnehmen dürfen…Aber von einer entspannten Gleichberechtigung oder gar Gerechtigkeit sind auch wir noch weit entfernt.

Ist das überhaupt vorstellbar? Mich treibt diese Frage schon so lange um, dass ich 2005 über ein Medium die geistige Welt befragte, ob es überhaupt in der Menschheitsgeschichte je eine Zeit gegeben hat, wo Männer und Frauen NICHT im Machtkampf waren. Die Antwort war: ja, es gab Phasen zu Zeiten von Atlantis und in Lemurien… so vor ca. 20.000 Jahren… Ich war  geschockt, dass es so lange her und dankbar, dass es das überhaupt gab: denn das bedeutet, dass wir es alle irgendwo in der Bewusstseinsdatenbank haben und abrufen können, wenn wir es richtig anstellen…

Seitdem sammele ich, was es braucht, damit wir da wieder hinkommen. Hoffentlich brauchen wir dafür nicht so lange, wie es gedauert hat, in diesen Missstand zu geraten. Ich denke, das liegt in unserer Hand.

Es liegt an uns

Wir müssen den achtsamen und bewussten Konsens miteinander üben und das unseren Töchtern und Söhnen schon früh beibringen, auch wenn es mühselig ist und damit den vielen Missverständnissen vorbeugen, die oft dem zugrunde liegen, was dann zu mehr oder weniger unverzeihlichen Ereignissen führt. Wir müssen verzeihen lernen – dem anderen und auch uns selbst: es ist wichtig sich mit dem eigenen Anteil am Geschehen auseinander zu setzen…Dann gilt es bewusst die Verantwortung für unsern Teil übernehmen, Mitgefühl walten zu lassen und das Geschehen schließlich loszulassen.

Wir müssen uns klar darüber sein, dass zwar jeder für seinen Anteil an einer unglücklichen Erfahrung verantwortlich ist, dass aber diverse Umstände dazu führen können und diese, bzw. den Umgang damit, konstruktiv zu ändern, ist unser aller Aufgabe. Wie beispielsweise in den Familien, wo die körperliche Liebe zwischen den Eltern erkaltet ist und sie sich ein bisschen zu viel Wärme und Berührung bei ihren Kindern holen; Väter, die ihre Töchter auf den Mund küssen, oder Mütter, die sich an der Brust ihres Sohnes ausweinen… Oder auch Paaren, die sich trennen wollen dabei helfen, dies in einer Weise zu tun, dass die vergangene Erfahrung nicht ihre neue Beziehung verhindert oder verdunkelt und sie sich beispielsweise beim neuen Partner unbewusst für das Leid rächen, was sie durch den alten erfuhren.

Raus aus der Täter-Opfer Dynamik

Wir müssen uns immer gewahr sein, dass es keinen Täter gibt, der nicht in Wirklichkeit aus einer eigenen Verletzung – bewusst oder unbewusst – handelt und somit eigentlich ein Opfer war oder ist und dass jedes Opfer, dass sich nicht mit der erfahrenen Ohnmacht und seiner Verletzung auseinandersetzt, das Potenzial in sich birgt, selbst zum Täter zu werden – vielleicht in einem Moment, wo er oder sie selbst am wenigsten damit rechnet. Denn sehr viele Menschen machen Dinge, die sie ‚eigentlich‘ nie tun wollten… 

Außerdem ist es wichtig, das eigene Verhalten ständig mit dem eigenen Anspruch abzugleichen: war es achtsam, liebevoll, lebensbejahend? Sollte es das sein und wenn nicht, warum nicht? Und auch nicht das negative Verhalten anderer zum Maßstab zu machen oder gar als Rechtfertigung zu benutzen. Das machen Kinder, die sagen: „Der X hat aber zuerst angefangen…Und wenn Y damit durch kommt, dann probier ich wenigstens, wie weit ich komme…“. Ein gesunder Erwachsener bemüht sich, einen gesunden Weg zur Erfüllung seiner Bedürfnisse zu finden, ohne die Bedürfnisse anderer zu missachten.

Der Schlüssel ist der bewusste Umgang damit, und zunehmend das eigene Unterbewusstsein aufzuräumen und  von all den alten Prägungen und den eigenen unerlösten Schatten zu befreien. Jene Aspekte an uns, die wir selbst gerne lieber vor anderen verbergen und die sich doch gelegentlich und meist auf ungute Weise Bahn brechen: z.B. Eifersucht, Neid, Rachegelüste, usw. zu transformieren. Meist verbirgt sich dahinter sogar etwas gutes.

Nur, wenn wir bereit sind anzuerkennen, dass wir auch für unseren Schatten und seine Transformation verantwortlich sind, hat die berühmte goldene Regel „Behandele andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest“ oder in der gängigeren Form „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu.“ Eine wirklich liebesförderliche Chance… Denn sonst tun wir – getrieben von einer unterbewussten Dynamik – anderen etwas an, was wir zwar selbst bei Lichte und mit gesundem Menschenverstand nicht erfahren wollen würden, aber aufgrund eines Aspekts der leider ein unterbewusstes Bedürfnis nach Verletzung hat, eben doch tun.

Gute Erfahrungen sammeln

Tantra Seminare ermöglichen bisweilen positive Erfahrungen. Und nein, gewisse gängige Vorurteile (Sexorgien!, Promiskuität!, Drogen!) sind wirklich nicht berechtigt. Für mich war mein erstes Tantraseminar, wo etwa 80 Menschen, etwa zu gleicher Zahl Männer und Frauen, mein bis dato schönstes Erlebnis menschlichen Miteinanders, gerade zwischen Mann und Frau. Entspannter Körperkontakt war möglich, ohne dass es zur Übergriffigkeit wurde, der Grad der Zärtlichkeit und Intimität wurde gemeinsam bestimmt. Männer wie Frauen fühlten sich willkommen, angenommen, attraktiv und respektiert, so wie sie waren…

Allerdings musste ich feststellen, dass das nur für sehr wenige Tantraseminare gilt, vorzugsweise für jene, die von höchst integren Lehrern veranstaltet werden. Ansonsten wütet häufig ein Monster der Bedürftigkeit und nicht jeder ist bereit, den oft massiven Hunger nach Körperkontakt oder mehr beim anderen großzügig zu stillen. Dann kommt es leicht zu Missverständnissen und Grenzüberschreitungen, die es wenig vergnüglich machen.

Trotzdem habe ich durch Tantra-Seminare viel über unser Mann und Frau sein gelernt und auch, wie oft wir den Körper dabei unterschätzen. Dabei geht es wirklich nicht nur um Sex. Kinderpsychologen sagen, dass ein gesundes Kind mindestens 14 mal am Tag umarmt werden sollte… Und viele haben diese Erfahrung als Kinder nicht gemacht und wenn sie dann erwachsen, als Single leben, kann die körperliche Einsamkeit sie mehr belasten, als ihnen lieb ist. Kein Wunder, dass seit der Jahrtausendwende Kuschelgruppen sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Und da gibt es dann eindeutige Regeln: wer fummelt, statt kuschelt – fliegt raus!

Andere Länder, andere Sitten

Es gibt durchaus Länder, in denen so manches besser funktioniert als in unserer ständig als überlegen gezeichneten, westlichen Kultur. Vor acht Jahren war ich bei einer Reise in die Arabischen Emirate verblüfft, wie wohl ich mich als Frau dort fühlte. Ich hatte natürlich all das Wissen um die ach so unterlegene und ohnmächtige Position der Frau im Islam im Sinn und hab mich natürlich auch an die kulturellen Gepflogenheiten angepasst: nicht Ärmellos, keine kurzen Röcke und gelegentlich Kopftuch. Aber was mich erstaunte, war dass mir die meisten arabischen Männer mit einer Ehrerbietung und Achtsamkeit begegneten, die ich nie zuvor erfahren hatte. Ich hatte – mit 43 – zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, als Frau etwas wirklich Kostbares zu sein und mein Respekt vor diesen meist sehr höflichen, achtsamen und rücksichtsvollen Männern wuchs… Das war offenbar die Lichtseite des Islam! Ich wusste bisher nur um die Schattenseite, nämlich dass Frauen als geringer als Männer erachtet werden. Aber so einfach ist es nicht. Und, wenn wir ehrlich sind, gibt es auch eine Schattenseite des Christentums, die ihren Höhepunkt zu Zeiten der Hexenverfolgung hatte und bis heute gibt es brave Christen, die, wenn sie dem Charme einer Frau erliegen oder vielleicht sogar ihnen gegenüber gewalttätig werden, sich als Opfer des „teuflischen“ Charmes einer Frau fühlen, die sich vielleicht so etwas sündhaftem, wie hoher Absätze, eines weiten Ausschnitts oder verführerischen Parfums bedient hat…um sie zu reizen und ultimativ zu schwächen… Also: allenthalben viel Verzerrung in unterschiedlichsten Varianten.

Der Schlüssel zur Lösung

Offensichtlich haben wir also nicht nur ein gelegentliches persönliches Problem, sondern ein grundsätzliches gesellschaftliches, gar kollektives, Generationen und Kulturen übergreifendes. Dennoch ist die Lösung dieses Problems nur individuell möglich.

Das ultimative Ziel muss die Gesundung des eigenen Selbstwerts sein, indem man das eigene Verhalten reflektiert und entsprechend ändert. Dazu gehört auch,  eigene Verletzungen mit Selbstmitgefühl zu transformieren, so dass sie das eigene Verhalten nicht mehr in destruktiver Weise bestimmen. Das müssen wir alle lernen und unseren Kindern beibringen. Das wird dauern. Doch das eigene Verhalten gibt bei genauer Betrachtung genauen Aufschluss darüber, wo solche Verletzungen zugrunde liegen und wo Heilungsbedarf ist. Jeder einzelne ist angehalten, dafür zu sorgen, dass ihm oder ihr das eigene Handeln bewusster wird. Da kann schon gelegentliches Innehalten, Reflektion und ein bewusst verändertes Handeln zur Verbesserung für den einzelnen und alle, mit denen er in Kontakt kommt führen. Und wer alleine nicht weiterkommt hat vielleicht Menschen seines Vertrauens, mit denen er sich darüber austauschen kann. Außerdem gibt es Bücher und Seminare zum Thema und wenn man noch stärkere Unterstützung haben will, können ein Therapeut, ein Coach oder ein Lebensberater auch wertvolle Hilfe leisten. Der Möglichkeiten sind viele.

Außerdem ist es wichtig, für sich selbst zu prüfen, wie man als Mann bzw. als Frau behandelt werden möchte? Und alte, diesbezügliche Verhaltensmuster, die in der Regel auf Modellen und Vorbildern aus der Familie, der Kultur und ideologischen Vorstellungen beruhen, gründlich zu prüfen und zu schauen, ob sie einem und dem, was man sich wünscht, wirklich dienlich sind. Es gibt in unserer Kultur längst viele kluge Menschen, die sich in öffentlichen Artikeln, Vorträgen und Büchern, sowie verschiedenen Diskussionsforen im Internet mit der Frage auseinandersetzen: Page oder Ritter? Magd oder Herrin? Prinz oder König? Prinzessin oder Königin?

Wer sich selbst befreit, macht andere frei

Mit jeder positiven Veränderung und der zunehmenden Erfahrung, dass man immer weniger Sklave seiner eigenen unerlösten Themen ist, wird man freier und achtsamer im Umgang mit dem eigenen Selbst und anderen Menschen. Wer sich selbst wahrhaft annimmt, wertschätzt und würdigt – gar liebt, der hat kein Bedürfnis diesen Selbstwert durch die Erniedrigung oder das Missbrauchen eines anderen aufzubessern oder  genießt es, einem anderen Leid anzutun. Ein solcher Mensch kann einem anderen Menschen wertschätzend, grenzbewusst und auf Augenhöhe begegnen und ggf. mit diesem gemeinsam einen guten Lösungsweg finden, dann muss es gar nicht erst zu der schmerzhaften Polarisierung von Opfer und Täter kommen.

Doch für einen gesunden Selbstwert ist jeder von uns selbst verantwortlich, auch in Bezug auf unsere geschlechtliche Identität und mögliche gesellschaftliche Rolle. Da helfen keine Gesetze oder Bestrafungen. Das bedeutet Bewusstseinsarbeit, die jeder selbst leisten muss und zu der wir einander ermutigen können und sollten… Und wenn jeder das wirklich täte…könnte unsere Welt sehr schnell eine ganz andere und gesündere werden. Selbst, wenn viele das achselzuckend abtun oder sich dem verweigern, wird diese notwendige Entwicklung höchstens verlangsamt. Denn es gibt immer mehr, die das bereits gezielt tun. Und je mehr dies begreifen und ebenfalls umsetzen, umso umfassender und schneller kann diese Entzündung des Bewusstseins geheilt werden – Mensch für Mensch zu unser aller Wohl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weibliche Superkräfte

Endlich habe ich mit einer lieben Freundin den Film Wonder Woman (USA 2017) im Kino angesehen. Verschiedene Kritiker haben den Film als beste Comic-Verfilmung seit einer Weile gefeiert, die hohen Zuschauerzahlen und Einspielergebnisse haben das untermauert und allgemein gilt der Film jetzt als gelungene Öffnung für mehr Weiblichkeit im Superheldengenre.

Spaß macht der Film auf jeden Fall: die Schauspieler sind gut, die Story funktioniert und die Figuren sind spannender und etwas tiefgründiger, als man vielleicht erwartet. Besonders großartig ist er fürs Auge: phantastische Ausstattung, tolle Kamera, guter Schnitt und eindrückliche Spezialeffekte und natürlich Action, Action, Action: es wird gejagt, gekämpft und zerschlagen, dass es schier eine Oper von Scheppern, Krachen und Knallen ist. Und die Hauptdarstellerin macht das alles großartig mit der richtigen Mischung aus Anmut, Eros und Aggression! Wonder Woman wird dargestellt von der jungen Israelin Gal Gadot, deren Karriere als Miss Israel begann. Außerdem war sie in der heimischen Armee und hat offensichtlich ein kämpferisches und tänzerisches Talent – sie verfügt über die entsprechende Körperbeherrschung. Im Übrigen ist sie verheiratet und hat zwei Töchter – und als sie auf einer großen Filmgala zwar im Abendkleid, jedoch flachen Schuhen erschien, wurde sie von verblüfften Reportern gefragt, wieso sie denn keine High Heels trage und sie erklärte freundlich: ‚Weil es bequemer ist!‘ Also offenbar bodenständig und sympathisch die Dame!

Interessant ist außerdem anzumerken, dass mit Patty Jenkins eine Frau Regie führte und mit dem Film den höchsten Umsatz einfuhr, den eine weibliche Regisseurin bisher geschafft hat. D.h. der Film war deutlich auch für Männer tauglich und hoffentlich muss man das in näherer Zukunft auch nicht mehr ausdrücklich erwähnen. Denn natürlich können sich Männer auch für eine weibliche Superheldin begeistern, erst recht in ihren favorisierten Genres – und Jenkins scheut die traditionell männlichen Genres wie Action und Horror keineswegs, wie ihre Filmographie zeigt.

Jenkins meinte zu ihrem Film, dass Wonder Woman am Ende erkennt und es auch sagt, dass es ultimativ um die Liebe geht! So wahr ich das finde, so finde ich es doch nicht so richtig schlüssig im Film – zumal ihr der Gedanke kommt, als sie einen Panzer über ihrem Haupt schwingt, um ihn auf dem kauernden weiblichen Bösewicht niedergehen zu lassen. Mir kam da eher der Gedanke, dass sie das Potential für ein Sequel nicht ruinieren will..

Aber ja, am Ende erklärt Diana Prince, alias Wonder Woman, dass es sich immer lohne für Liebe und Gerechtigkeit zu kämpfen – und wer würde ihr da widersprechen wollen?

Wonder Womans Ursprung

Wonder Woman ist traditionell deutlich eine Amerikanerin – in der Regel ist ihr Heldenkostüm in den Farben der US-Flagge gehalten. Im Film jedoch weniger, da wird ihre griechisch-göttliche Herkunft betont und die Handlung spielt in einem vom ersten Weltkrieg gebeutelten Europa. Aber die Figur ist viel älter als der Film, sie wurde 1941 dem Comic Universum hinzugefügt. Max Gaines, der Herausgeber der DC Comics machte sich Anfang der 40er Jahre Gedanken, dass die Comics vielleicht zu gewaltvoll für die jugendlichen Leser seien und wandte sich an seinen Berater William Marston, der nicht ebenfalls nur ein Comicbuch Autor war, sondern auch ein Psychologe und selbst stark geprägt von unkonventionellen und selbstbewussten Frauen seiner Zeit geprägt: er selbst lebte mit seiner Frau und seiner Geliebten und vier gemeinsamen Kindern unter einem Dach. Nach der Legende sagte Marston zu Gaines: ‚Was du brauchst, ist ein weiblicher Superheld. Sie wird so stark wie Superman, aber im wesentlichen Pazifistin sein. Sie wird für die Demokratie kämpfen, aber für die Gleichberechtigung der Frau. Und ihre Superkräfte werden Liebe, Wahrheit und Schönheit sein.‘ Max Gaines wollte einen Versuch wagen – und ich kenne die Originalcomics nicht, weiß also nicht, in wie weit sich dieser Ansatz durchsetzte.

Aber wenn man mich jetzt fragen würde, ob ich finde, dass die jüngste Wonder Woman spezifisch weibliche Kräfte hat, die ihr Superheldentum auszeichnen – müsste ich passen. Sie ist zwar zweifellos schön und steht auf Wahrheit – im Film konfrontiert sie andere, vornehmlich Männer gnadenlos mit ihrer Haltung zur Rettung Unschuldiger und klagt sie des mangelnden Mitgefühls an. Und Liebe mag ihre Motivation sein, ist aber entschieden nicht ihre Kraft – diese besteht, wie auch bei ihren männlichen Kollegen, vor allem in einer physischen Überlegenheit gegenüber den Gegnern. Das heißt, sie wirkt zwar femininer – nicht nur wegen ihrer herrlichen sexy Ausrüstung, aber auch sie lässt die herrschenden Konflikte, wie ihre männlichen Kollegen letztlich mit Kraft, Gewalt, etwas Magie (sie kann fliegen und Kraftwellen erzeugen) und Kampfeskunst.

Ähnliches gilt auch für die neue TV-Serie ‚Supergirl‘, die mit der Einführung von ‚Supermanns Cousine‘ (und noch einen ganzen Rattenschwanz an Verwandtschaft vermeintlich bei der planetaren Katastrophe abhanden gekommener Kryptoniden) ebenfalls versucht, das Genre auf das weibliche auszudehnen.

Supergöre

Auch ich fand während meiner Filmstudienzeit Ende der 90er Jahre in den USA, dass es dafür Zeit wäre und hatte so eine Geschichte kreiert, in der Supermann mal eine Affäre mit einer Australischen Olympia-Schwimmerin hatte und die Frucht dieser Begegnung mit Einsetzen ihrer Periode von ihren Superkräften überwältigt wird. Nach verschiedenen Besuchen bei Ärzten und Psychologen, die alle erklären, dass dies keine vorübergehende Erscheinung der Pubertät ist und in der Tat außergewöhnlich, rückt dann Mutti mit der Sprache heraus und erzählt, dass sie mal eine Nacht mit einem Amerikaner mit rotem Umhang verbracht hat…

Daraufhin entschließt sich die Heldin ihren Papa aufzusuchen – natürlich entgegen dem Wunsch der Mutter, aber wer kann sich schon gegen einen Teenager mit Superkräften durchsetzen? Also reißt sie nach Amerika und lernt dabei mit ihren Fähigkeiten immer besser umzugehen – zieht allerdings auch die Aufmerksamkeit gegnerischer Kräfte (das Genre erfordert diese) auf sich. Das ganze kulminiert darin, dass sie auf der Suche nach ihrem Vater direkt in die Arme ihrer Feinde läuft, nur um festzustellen, dass diese bereits Superman in ihrer Gewalt haben. Aber gemeinsam schaffen sie es (natürlich) sich zu befreien und die Welt erneut zu retten.

Zwei Dinge setzten der weiteren Entwicklung dieser schönen Idee ein Ende. Zum einen erklärte der Professor, in dessen Kurs ich das Konzept entwickelt hatte, dass die Rechte an Supermann und allem, was da dran hängt, bei DC-läge (Detective Comics) und dass sie diese Rechte nie abtreten und auch nicht bereit seien, Vorschläge, die nicht exakt den Regeln für ihre Superhelden entsprechen – die ja etablierte Charaktere im Marvel-Universum sind – akzeptieren würden. Und meine Supergöre würde da deutlich aus dem Rahmen fallen.

Des weiteren meinte ein Kommilitone, es gemahne ihn an den Roman Carrie von Stephen King, in dem eine sechzehnjährige von klein auf und erst recht ab ihrer ersten Periode massive telekinetische Fähigkeiten entwickelt. Wie bei Stephen King üblich eskaliert das ganze auf äußerst gruselige Weise und endet mit einem Massaker, bei dem auch die Heldin stirbt. Solche Assoziationen zu wecken, hatte ich natürlich überhaupt keine Lust.

Aber auch ich erlag damals der Verführung, einfach eine Frau mit supermännlichen Kräften auszustatten.

Heute frage ich mich, ob mich das als junge Zuschauerin wirklich inspiriert hätte – ich meine sicher würden ein paar Mädels daraufhin mehr Neugier auf Kampfsport etc. haben, aber das war nie meins. Das wirft also die Frage auf, welche superweiblichen Kräfte denn wirklich inspirierend und so motivierend wären, dass man Lust hätte mit ihrem Einsatz unsere Welt zu einer besseren zu machen. Denn das ist ja immer das Ziel aller Comic-Helden!

Und ja, natürlich fände ich es spannend, Telekinese zu beherrschen, wie Carrie oder, die klassischen Supermanfähigkeiten, wie fliegen – mit Cape und ohne hängen zu bleiben – Den Röntgenblick, das Supergehör, die relative Unverwundbarkeit und natürlich die Superkraft: die Einkäufe mit dem kleinen Finger tragen zu können und falls nötig, das Auto hochkant parken zu können hätte seinen Reiz.

Aber trotzdem sind das irgendwie supermännliche Fähigkeiten: die gewaltige Körperkraft, und immer wieder der Kampf für Gerechtigkeit und das Beenden von kriegerischen Auseinandersetzungen indem man alles in Schutt und Asche legt – das finde ich nicht nur unbefriedigend, sondern irgendwie auch langweilig!

Echte weibliche Superkräfte

Aber was wären denn Möglichkeiten, mit weiblicheren Superkräften Ordnung in unsere chaotische, gewaltvolle und ungerechte menschliche Welt zu bringen? Und damit meine ich nicht Telekinese wie bei Mary Poppins oder der bezaubernden Jeannie die mit einem Zwinkern mal eben das Kinderzimmer auf Vordermann bringen oder den Haushalt mit einem Kopfnicken erledigen.

Nach einigem Nachdenken habe ich mich für folgende entschieden:

  • Gefühle dekodieren können, bzw. ihren Ursprung erkennen können und damit die Ursache jeglichen Konflikts
  • Menschen von der Angst ins Mitgefühl führen können  – ein Gegner wird ziemlich ohnmächtig, wenn man auf seine Schwäche, seinen Schmerz fokussiert…
  • Durch zärtliches Hand auflegen oder einen warmen Blick heilen können
  • Jegliche Waffen durch einen Blick unschädlich machen zu können.
  • Schwierige Aufgaben in Gemeinschaft bewältigen, wenn z.B. der bedrohliche Tanker durch die Hilfe von Walen unschädlich gemacht wird
  • Mit einer Geste Landschaften wieder ergrünen lassen zu können – aus Kriegsschauplätzen blühende Gärten machen können!

In Anlehnung an meine aktuelle Forschung, was denn nun diese spezifische weibliche Energie, die sich derzeit in unserem kollektiven Bewusstsein Bahn brechen will, würde ich außerdem – wenn ich könnte – ALLE Superhelden dazu ermutigen, künftig von Gewalt und Zerstörung abzusehen und einen weiblicheren, vielleicht softeren, aber sicher auch nachhaltigeren Weg zu wählen:

Denn meiner Meinung nach ist jeder Bösewicht nur böse, weil er zutiefst verletzt und gekränkt wurde, das zu heilen und Vergebungsarbeit zu machen, wäre sicher lohnender, als sie einfach nur auszuschalten. Des weiteren fände ich Kooperation spannend, nicht nur zwischen den Superhelden und die findet ja immerhin auch schon statt, z.B. bei den Fantastic Four usw.) sondern vor allem zwischen den Menschen und ein Schulen ihres Bewusstseins darin, dass viele Menschen gemeinsam durchaus eine Superkraft darstellen können!

Richtig schick wäre auch, wenn sie eine solch friedvolle Kraft ausstrahlen würden, dass keiner mehr Lust auf Kampfeshandlungen hat – gibt es eigentlich Buddha schon als Superhelden? Natürlich auch Liebe und Schönheit – welche Superkräfte daraus erwachsen können, auch für Menschen, weiß jeder, der liebt und von Schönheit schon nachhaltig und zutiefst berührt wurde.

Und wer mir jetzt entgegenhalten möchte, dass das aber weniger unterhaltsam ist und weniger Action erfordert, dem entgegne ich, dass ich absolut sicher bin, dass man das reizvoll visuell umsetzen kann und auch bei mehr psychologischem Tiefgang nicht mehr Dialog braucht. Im Gegenteil. Außerdem bin ich der ewigen Kriegsszenen müde – ich fände visuell den Einsatz von Fischen bei der Rettung der Ozeane oder der Vögel zur Rettung der Lüfte viel origineller!

Ich bin sicher, da ist noch viel Spielraum – und ich bin gespannt, wie sich das Genre weiterentwickelt und welchen Wandel Wonder Woman und Kollegen noch erfahren werden – denn gerade die Comicheftliteratur spiegelt unseren Zeitgeist besonders deutlich…

Das weibliche Bewusstsein der Schöpfung

Readymade: the breath of the goddess
the breath of the goddess | Holzboote – vergoldet, Salbei und Zeder aus Taos – New Mexico | 2016 born in Timmendorfer Strand

Die Bilder von der Kunstaktion 1000 Gestalten, einer Art stiller Demonstration während des G20 Gipfels am 5.7.17 in Hamburg haben mich tief berührt. Auf eindrückliche Weise zeigt sie die Ohnmacht der vielen einzelnen, die zunächst als graue, anonyme Masse sich dann – Mensch für Mensch – und doch auch gemeinsam befreien und die Macht der Vielen durch Gemeinschaft offenbaren. In tiefer Ruhe, friedlich und äußerst kraftvoll vermittelten diese Performancekünstler eine äußerst starke Botschaft: der Mensch ist mehr als nur seine Funktionen und Rollen und sehnt sich nach Frieden und Freiheit… Dann fielen mir Yael Deckelbaum, Miriam Toukan und die „Women Wage Peace“ Bewegung ein – wieder Kunst, diesmal Musik, die in den Dienst des weltweiten Friedens gestellt wird. Und immer wieder ist die Rede vom Erstarken des Weiblichen in der Welt. Gibt es da einen Zusammenhang?

Beim weiteren Nachdenken über dieses Thema fiel mir meine gute Freundin Casmina Magdalena Haas ein, die ich nicht nur sehr als Freundin schätze, sondern auch als Künstlerin. Ich empfinde sie als wahrhaft weiblich und wenn mich jemand fragen würde, ob es so etwas, wie eine weibliche Kunst gibt, dann würde ich unbedingt auf Casmina verweisen.

Außerdem ist Casmina seit ihrer Kindheit hochgradig hellsichtig und hellhörig und in der Lage, den Schöpfungsimpuls selbst in seinen vielfältigen Gestalten wahrzunehmen. Sie kann buchstäblich mit allem telepathisch kommunizieren, was beseelt ist – wenn es auch mit ihr kommunizieren will… Hunde sind beispielsweise oft sehr mitteilsam, Katzen dagegen eher verschwiegen… Aber Casmina „spricht“ auch mit Steinen, Pflanzen, Wüsten, Meeren und Bewusstseinsformen, für die wir gar keine Worte haben, die jedoch dennoch Teil unserer Welt sind und oft mit uns in Wechselwirkung stehen. Die meisten Menschen haben dafür  leider keinen Sinn, Casmina mit ihrem erweiterten Bewusstsein jedoch schon und also fand ich es als naheliegend, sie einmal zu den Themen Kunst und Weiblichkeit in unserer Zeit zu befragen:

Welche Aufgabe hat Kunst deiner Meinung nach für den Menschen?

Kunst ist ein Werkzeug unseres ureigenen inneren Feldes, uns selbst und das, was wir sind, in der Welt sichtbar und erfahrbar zu machen. Kunst führt uns, als Schöpfer sowie als Betrachter, im Optimalfall in das Zentrum unserer eigenen Kraft. Sie erinnert uns an das, was wir sind und an das, was durch uns in der Welt platziert und verankert werden kann.

Kunst ist ein Mittel der Schöpfung in uns und durch uns hindurch. Sie erstreckt sich in alles hinein, was aus der Schöpfung heraus Leben erhält. 

Gemälde: female release
female release | Erde, Piniennadeln, Gold, Acryl, Kreiden auf Leinwand Panel | 30 x 30 cm | 2015 born in Orange Grove, Tucson – Arizona

Meine Kunst entsteht in Zusammenarbeit mit dem Schöpfungsfeld der Erde, das heißt der Natur und exponiert auf diese Weise den heiligen Raum materialisierten Lichts. Und zwar in jedem von uns, in allem was lebt und vor allen Dingen, in dem, was wir nicht erklären, aber erfühlen können. Durch meine Liebe zum Feld der Kreativität, die unser Universum, unsere Erde und auch uns selbst ständig erschafft und erneuert,  bündelt meine Kunst den schöpferischen Ausdruck des Lebens selbst. Meine Kunst dokumentiert mit all meiner Liebe den unermüdlichen heiligen Kreislauf von Leben und Sterben und Neuwerdung.

Die Idee und Umsetzung der interdimensionalen Kunst (Bezeichnung für ihr derzeitiges Werk, Anm. E.) entstand auf meinem langjährigen künstlerischen Weg. Sowohl aus dem konkreten Schöpfungsprozess heraus, als auch aus meiner Liebe zur Natur, zur Erde, zum Leben selbst  und besonders dem tiefen Raum des Ursprungs eines jeden Neubeginns, der wiederum Leben erschafft.

Aus dieser Begeisterung heraus reise ich um die Welt, gehe in die Kommunikation mit Regenwäldern, Wüsten, Bergen, Kontinenten… Während meiner meditativen Retreats in diversen Ländern entsteht in dieser sensiblen und gleichzeitig kraftvollen Begegnung mit der Erde und ihren Schöpfungen meine Kunst. Dabei sammele ich Hölzer, Gräser, Sand, Steine, Blätter, Federn, Tierfelle, Knochen usw. in der Natur. Diese webe ich in meine Kunstwerke ein, seien es Bilder, Installationen oder Readymades (zum Kunstobjekt erklärte Gegenstände, die Casmina in besonderer Weise arrangiert oder gestaltet, Anm. E.) Oftmals entstehen auch aus den gesammelten Naturmaterialien heraus eigenständig Kunstwerke. Dabei erlebe ich mich in einer schöpferischen Synthese mit dem materialisierten Leben selbst. In dieser Weise wurden in den letzten Jahrzehnten rund um die Welt meine Werke geboren. Diese sind immer auch ein Verweis auf die besondere Energie, Geschichte, aber auch das Potenzial einer bestimmten Landschaft, eines Landes oder Kontinentes.

So drückt sich die Erde durch mich als Teil des Weiblichen aus. Als Teil dessen, was wir alles sind – ein immer noch unerforschtes Wunder des Lebens selbst, welches niemals wirklich verstanden, aber umfassend empfunden und so erlebt werden kann. Meine Kunst ist ein Verweis auf die Unendlichkeit der Schöpfung selbst und – im Optimalfall  – eine tiefe Erinnerung an das, dem wir uns nur hingeben können, dem Leben, dem „Göttlichen“ und der unendlichen Ewigkeit…

Readymade: das Monumentale muss nicht groß sein
das Monumentale muss nicht groß sein | Holz, Rosenquarz – vergoldet | 2016 born in Timmendorfer Strand

Deine Werke heißen: „Atem der Göttin“ oder „Freiheit der Erdseele.“ Wie kommst du zu diesen Titeln?

Die Titel meiner Arbeiten entstehen aus dem Prozess des Erschaffens heraus. Oder während des Schöpfungsprozesses, indem immer mehr und mehr fühlbar wird, was für eine Frequenz des Lebens sie transferieren. In einigen Fällen offenbart sich die Intention, die einem Kunstwerk innewohnt, im Zusammenspiel mit einem Betrachter oder häufiger noch einem Käufer, der in der Regel immer eine sehr intime und gefühlsbetonte Beziehung zu einem Werk von mir entwickelt.

Was glaubst Du, warum das Weibliche gerade so hoch im Kurs ist?

In der heutigen Zeit dehnt sich die Sehnsucht nach der Wahrheit unseres Lebens immer mehr aus, da Religion, Gesellschaft und Wissenschaft an ihre natürlichen Grenzen stoßen. Die Kunst ist das Feld, durch das wir bewusst an der Schöpfung teilnehmen können. Durch die Kunst geben wir der Schöpfung in unserem Leben und in unserer Gesellschaft mehr Raum.

Das weibliche Feld erinnert uns gerade heute an die Tiefe des Friedens alles Seienden. Ganz natürlich und wie selbstverständlich, erschafft es immer wieder aus sich selbst heraus Leben und läßt es weiterfließen.

Das Weibliche in der Kunst ist ein Feld, welches in der Tiefe weiß, aber nichts will. Es ist ein stiller Raum, der jenseits aller Worte durch Manifestation ständig über die Schönheit, Würde und Einzigartigkeit jeder Schöpfung informiert. So können wir wieder an das Wunder angeschlossen werden, welches wir als Teil der Schöpfung selbst sind.

Diese Rückanbindung, kann uns die Einsicht schenken, dass es nichts zu verbessern gibt. Es geht nur darum, die Fülle und die Freiheit, die der Schöpfung inne wohnt, anzunehmen und miteinander zu teilen. In und durch dieses Kraftfeld ist Frieden nicht nur möglich, sondern eine natürliche Konsequenz der Achtung vor dem Leben selbst. Das kann jeder einzelne von uns und gemeinsam verstärkt es sich. Ist das nicht wunderbar?

Gemälde: freedom of the earth soul
freedom of the earth soul | Federn, Gold, Sand, Acryl, Öl auf Leinwand Panel | 30 x 30 cm | 2016 born in Tucson – Arizona

Über Casmina Magdalena Haas und ihr Werk:

Von Beginn unserer Freundschaft an, war die Erforschung der Kreativität und gerade von Frauen als Schöpferinnen eines unserer Lieblingsthemen. Immer wieder durfte ich beobachten, wie Casminas Arbeiten entstehen und sich im Laufe ihrer Entwicklung wandeln. Von jeder Reise bringt sie neue Impulse, neue Bilder und neue Readymades mit.

Immer deutlicher wurde dabei ein Aspekt, der all ihren Werken seit 2012 auf besondere Weise inne wohnt: ein materieller Ausdruck der Ehrerbietung an unsere Natur und die Schöpfung selbst. Sie scheinen beinahe wie Gestalt gewordene Gebete der Liebe, Verehrung und Dankbarkeit. Es geschieht häufig, dass Menschen beim Anblick ihrer Werke die Tränen kommen oder sie ganz still werden, als ob sie in eine sakrale Sphäre eingetaucht sind. Tatsächlich wird in gewisser Weise jeder Raum, in dem sich ihre Kunst befindet und ihre Kraft entfalten kann, im besten Sinne heilig und kann diesen regelrecht zu einem Heilraum machen. Denn wer dafür offen ist, kann in seinem tiefsten inneren Wesen berührt werden und erinnert sich so daran, wer er in Wahrheit ist. Das ist eine zutiefst heilsame Erfahrung.

Inzwischen ist beobachtet worden, dass Casminas Bilder im Dunkeln leuchten – ohne Blitz fotografiert scheint es, als wären sie Lampen. Diese offensichtlich besondere Kraft, die ihre Werke ausstrahlen ist mittlerweile von einem Radiästheten gemessen worden. Er stellte fest, dass ihre Bilder und Skulpturen Werte von bis zu 200.000 Boviseinheiten erreichen. D.h. sie erhöhen die Frequenz ihrer Umgebung mit einer Reichweite von bis zu 20 Kilometern. Sensitive Menschen können die Strahlung ihrer Heilkraft oft  wahrnehmen. Tatsächlich können die Bilder im Betrachter den persönlichen Zugang zur Schöpfung und die heilige Präsenz alles Seienden eröffnen und damit die Frequenz der universellen Liebe in den Herzen der Menschen.

Nach Studien der Malerei an der Kunstakademie in München und der Hochschule der Künste in Bremen ist Casmina seit 2000 freischaffend als Künstlerin tätig. Derzeit lebt und arbeitet sie an der Ostsee und auf der ganzen Welt. Fast überall, wo sie dem Gesang der Schöpfung lauscht und diesem in ihrer Kunst auf einmalige Weise Ausdruck verleiht, hat sie ihre Werke auch ausgestellt, ob in Deutschland oder Amerika, den Arabischen Emiraten oder Indien und an vielen anderen Orten auf der ganzen Welt! So verbreitet sich die besondere Frequenz des Friedens, der Harmonie und des Feierns der Schöpfung, die Casminas Werk und Wesen auszeichnen, auf natürliche, sanfte und doch nachhaltige Weise immer weiter. So kann Kunst immer weiter zu Frieden und Freiheit führen – auf einem wahrhaft weiblichen Weg!

Readymade: und sie träumen fort und fort...
und sie träumen fort und fort… | Engelsflügel aus Gips – vergoldet, Kojotenköpfe | 2016 born in Timmendorfer Strand

Anmerkung: 

Diese zweidimensionalen Abbildungen werden der tatsächlichen Kraft der mehrdimensionalen Kunst leider kaum  gerecht. Auf Casminas eigener Webseite gelingt dies viel besser  und mehr Informationen über sie gibt es dort auch!

Kraftquelle Haar – Teil 2: Haarige Zeiten

Das Thema scheint merkwürdig banal im Angesicht all der derzeit viel welt-bewegenderen Themen, wie der neuen amerikanischen Präsidentschaft, den Debatten über Fake-News, den Gerüchten über einen dräuenden weltweiten ökonomischen Kollaps und die irgendwie ersehnte, aber auch gefürchtete Neuordnung der Welt. Dem werde ich mich sicher widmen. Aber jetzt erst mal was eher Banales… Etwa im Geiste dessen, was eine liebe Freundin mal vor Jahren zu mir sagte: „Gerade wenn es einem schlecht geht, ist ein vernünftiger Lippenstift von großer Wirkung.“ Und entgegen der meist verpönten Haltung, dass wenn es „ernst“ ist, Äußerlichkeiten nicht so eine Rolle spielen sollten…nach dem Motto: die innere Schönheit zählt usw.

Stimmt natürlich, doch auch die drückt sich eben in der Regel auch im Außen aus – bzw. jemand, der mit sich im Reinen ist, sich selbst bedingungslos liebt..strahlt das auch aus und das macht ihn oder sie auch schön…und noch schöner werden alle, wenn sie geliebt werden… Und letztlich läuft alles auf einen bewussten Umgang mit dem eigenen Wesen und dem anderer hinaus und das schließt auch das Erscheinungsbild und eben Haare mit ein!

Meine persönliche Haltung dazu hab ich ja bereits geschildert. Jetzt folgt der versprochene allgemeinere Artikel zum Thema, den ich allerdings eher kurz halten werde – denn interessanterweise gibt es dazu inzwischen jede Menge Material online.

Alte Zöpfe

Jeder kann problemlos im Internet die berühmte Bibelepisode von Samson nachlesen und Dalilas den ihm kräfteraubenden Haarschnitt, oder die Geschichte von Rapunzel, die sich mit ihren langen Flechten einen Prinzen geangelt hat und auch von Feen, die mit ihren Haaren Netze spannen oder von Fledermäusen, die sich angeblich in unordentlichen Frisuren verfangen…

Und auch die Geschichte der Haarmode ist vielfältig dokumentiert – in verschiedenen Ländern, zu verschiedenen Zeiten. Beispielsweise, dass zu Zeiten des römischen Reiches sich reiche Römerinnen die Schädel kahl rasierten, nur um dann Perücken aus den blonden Flechten der eroberten Germaninnen zu tragen…

Es gab Zeiten und Kulturen, in denen totale Entfernung des Körperhaars als wichtig war und es zu behalten als primitiv galt, wie bei den alten Ägyptern. Aber auch Zeiten und Kulturen, wo das Schneiden der Haare ein Sakrileg darstellt, wie z.B. bis heute in der Religion der Sikhs, wo langes ungeschnittenes, gepflegtes Haar u.a. eine Respektsbekundung gegenüber der Schöpfung darstellt.

Und auch in der Moderne setzt sich die modische Bedeutung von Haartracht fort. Dank moderner Medien so weit, dass bestimmte Frisuren, ein bestimmter Look nach der Person benannt oder grundsätzlich mit ihr assoziiert werden, die als erstes die Welt damit beglückte. Wie z.B. die legendäre Bienenkorb-Frisur von Audrey Hepburn im Kinofilm „Frühstück by Tiffany´“ in den Sechziger Jahren oder in den Siebzigern der „Afro“ der afro-amerikanischen Schauspielerin Pam Grier und die silberblonden Wellen der Seriendarstellerin Farrah Fawcett in „Drei Engel für Charlie“, die als „Farrah Flicks“ in die Haargeschichte eingingen.

Neue Zöpfe

Und jüngst fiel wieder auf, dass nach der letzten Fußballeuropameisterschaft plötzlich noch mehr junge Männer in Berlin allen Alters und ethnischer Herkünfte, ihre Haare wie der walisische EM Teilnehmer Gareth Bale trugen. Ein etwas eigentümlicher pseudo-ethno Look: Bei der das vordere Deckhaar länger ist als hinten und dann mit einem Gummi zusammengeknotet wird, was entfernt an den Deckel und die Silhouette einer Teekanne erinnert.

Zu den aktuell interessanten Entwicklungen in der Haarszene gehört meines Erachtens, dass seit einigen Jahren Bärte wieder in sind, überhaupt unter Männern so ein „Nerd-Look“ mit viel Haar überall und am besten noch einer Brille.

Dann, dass das eine wachsende Anzahl von weißen westlichen Männern, sich auch die Kopfhaare länger wachsen läßt und sich Frisuren bedient, die sonst eher mit Frauen assoziiert werden: komplizierte Zöpfe, Dutt und andere Frisuren um die Haare hoch- oder zurückzubinden, mit Kämmen, Klemmen und Bändern. Erwähnenswert hier auch der Amerikaner Burt Rutherford mit seinem Clip „The Man Braid“, wo er auf lustige und charmante Weise den „Herrenzopf“ propagiert. Nicht im Sinne des Perückenzopfs, wie wir das von Barockgemälden kennen…Sondern eine virile Form, wie man sie sich bei einem gepflegten alten germanischen Kriegers vorstellen kann. Es muss hinzugefügt werden, dass Langhaarfrisuren unter Männern in anderen Kulturen und Ethnien durchaus weit verbreitet sind.

Inzwischen gibt es auch die ersten alleinerziehenden Väter die an Kursen teilnehmen oder inzwischen selbst geben, wie sie ihren Töchtern die erwünschten Frisuren selbst machen können. Mehr als ein Vater hat so festgestellt, dass er nicht nur im Umgang mit Hammer und Kochlöffel Geschick hat, sondern auch mit Haarbürsten und Seidenschleifen.

Ich würde zu sagen wagen, dass wir nun endlich so weit sind, dass auch an der Front Männer endlich auch mit dem Kopf in weibliche Territorien vordringen. (Die Doppeldeutigkeit ist zwar nicht ausdrücklich beabsichtigt, aber natürlich herrlich passend.) ohne sofort als Hippie verschrien zu werden oder durch entsprechende Vorurteile an Männlichkeit einzubüßen. Im Gegenteil! Lange Haare bei Männern können genauso sexy wirken, wie bei Frauen…vorausgesetzt es steht dem/der Trägerin.

Doch neben dem, was gut aussieht, oder dem, womit er oder sie sich wohlfühlen und es also als authentischen Ausdruck ihrer Selbst empfinden, gibt es noch einige andere, interessante Aspekte, die vielleicht den bewussten Umgang mit den eigenen Haaren erhellen und unterstützen können.

Haare als Antennen der Seele

Geradezu legendär ist in diesem Zusammenhang ist folgende Geschichte, die aus den frühen Neunzigern stammt, und vor etwa sechs Jahren ihren Weg ins Internet fand und seitdem dort kursiert. Wer Indianer, Haare und Vietnamkrieg in die Suchmaschinen eingibt, wird sie sicher finden. Hier eine Kurzversion: Zu Zeiten des Vietnamkriegs ließ das amerikanische Militär junge Indianer rekrutieren, die besonders begnadete Fährtensucher und Überlebensexperten auf schwierige Gebiet waren. Diese jungen Indianer mussten dann natürlich zu Soldaten werden und entsprechend wurden ihre langen Haare zugunsten des militärischen Kurzhaarschnitts gestutzt. Doch als sie dann zum Einsatz kamen, versagten sie kläglich. Auf die Frage, warum es ihnen nicht mehr gelang, den Feind „zu fühlen“ erklärten sie, dass sie seit dem Abschneiden ihrer Haare dies nicht mehr könnten. Es folgten entsprechende Untersuchungen, die bestätigten, dass ein Indianer mit langen Haaren zuverlässig Fährten aufspüren konnte, doch sobald ihm die Haare kurz geschnitten wurden, kläglich scheiterte. Dies führte dann dazu, dass diesen indianischen Rekruten künftig erlaubt wurde, ihre Haare lang zu tragen. Und interessanterweise begannen auch alle Männer, zum Teil sehr konservative Wissenschaftler, nach dieser Forschungsarbeit ihre Haare lang wachsen zu lassen und trugen Bart.

Einer lieben medialen Freundin wurde von der geistigen Welt davon abgeraten, ihre Haare allzu kurz zu schneiden – um ihre Empfangssicherheit zu garantieren. Allerdings hab ich bisher keine Informationen darüber gewonnen, ab welcher Länge die Haare ihre Antennenkraft entfalten.

Vielleicht sollte einem in diesem Zusammenhang auch zu denken geben, dass es in Indien Frauen noch immer ihre Haare vorwiegend lang tragen und auch Männer dies lange taten – und sie Vertreter einer metaphysisch höchst reichhaltigen Kultur sind – inklusive einer Heerschar von langhaarigen Göttern und Göttinnen…

Dieses Thema wird übrigens auch im US-Film Avatar (2009) aufgegriffen, wo die langen Haare auch ein Sinnesorgan nicht nur in der Wahrnehmung, sondern auch im Ausdruck sind.

Die Haare der Erde

Einer lieben anderen medialen Freundin teilten sich die Erdkristalle mal mit der Bemerkung mit, sie seien die „Haare“ der Erde. Und Kristalle sind bekanntermaßen ein Speichermedium.

Tatsächlich kann eine Haaranalyse schon auf wissenschaftlicher Ebene physischen Aufschluss geben: über die DNS (und also biologische Herkunft) geben, sowie auch über den Gesundheitszustand der betreffenden Person zum Zeitpunkt des Haarverlusts. Aber auch metaphysisch ist die Macht der Haare, gar der einzelnen Haare enorm, wenn man sie anzuzapfen weiß. Haare spielen bei Voodoo-Ritualen eine Rolle und einem psychokinetisch fähigen Menschen können sie eine Menge über den Besitzer verraten.

Außerdem speichern sie natürlich auch unsere Geschichte und gerade wenn diese jüngst von unangenehmen Ereignissen erschüttert wurde, haben wir oft das Bedürfnis, uns die Haare schneiden zu lassen…Auf dass „das Alte“ gehen darf. Aber Vorsicht, wie viel abgeschnitten werden soll: viele Frauen empfinden regelrecht körperliche Schmerzen, wenn es dann zu kurz wird und nicht nur, weil die eigene Schönheit verringert scheint.

Meine Frisörin, die sich selbst auch als eine Art ‚Haar-Schamanin‘ empfindet meinte auch mal zu mir, dass unsere Haare den Kontakt zur Erde stärken. Sie habe beobachtet, dass Frauen, die sich entscheiden ihre Haare länger wachsen zu lassen zunächst mal ein bißchen zunehmen – als ob sie an ‚Schwerkraft‘ und ‚Materie‘ dazu gewännen. Es sind natürlich nicht die Haare, die den Gewichtszuwachs ausmachen, sondern nur auslösen: der gesamte Körper nimmt an Gewicht zu.

Aber, wie immer, muss das nicht unbedingt so sein. Es gibt schließlich auch immer wieder Ausnahmen, von Menschen die mit wenig oder gar keinem Haupthaar eine grandiose Erdanbindung haben und/oder metaphysisch bestens vernetzt sind, wie so mancher kahlköpfiger Guru beweist. Genauso wie auch längst nicht jeder Langhaarträger automatisch sensibler und für metaphysisches empfänglicher ist. Die Haare allein sind´s sicher nicht…

Der Trend hält weiter an

Obwohl ich ein großer Fan der alten Friseurweisheit bin, „Bei kurzem Haar geht´s ums Gesicht, bei langem Haar um die Haare“ war ich meiner etwa 15 Jahre währenden Pagenkopffrisur vor drei Jahren schließlich überdrüssig. Ich ließ meine Haare wachsen und nehme den deutlich höheren Pflegeaufwand in Kauf. Ob das länge Haar allerdings meine medialen Fähigkeiten verändert hat, kann ich nicht sagen.

Trotzdem glaube ich, dass es bei diesem Trend um mehr geht, als nur um eine modische Entscheidung. Mein Gefühl ist, dass es eine Begleiterscheinung eines allgemeinen Trends ist, weg vom Künstlichen zum Natürlichen, wie wir das ja auch seit einer Weile in der Ernährung und der Popularität von Biosupermärkten erleben.

Und wenn es die Sehnsucht nach dem Natürlichen ist, der Natur und der natürlichen Ordnung der Dinge, gehört dazu vielleicht auch, dass wir (wieder) gesunde Männer und Frauen sein können und wollen, die sich auch als solche auf Augenhöhe begegnen können. Ob nun er nun einen Rock trägt und einen langen Zopf und sie einen Kurzhaarschnitt und einen Anzug…oder umgekehrt oder in sonst irgendeiner Kombination. In jedem Falle, frei zu sein, wer man gerade ist, unabhängig von Konventionen! Das ist sicher eine lohnende Perspektive – und ich glaube, dieser Trend hält langfristig und weltweit an, egal wie viel Widerstand ihm auch kurzzeitig gerade irgendwo begegnen mag.