Readymade: the breath of the goddess

Das weibliche Bewusstsein der Schöpfung

Readymade: the breath of the goddess
the breath of the goddess | Holzboote – vergoldet, Salbei und Zeder aus Taos – New Mexico | 2016 born in Timmendorfer Strand

Die Bilder von der Kunstaktion 1000 Gestalten, einer Art stiller Demonstration während des G20 Gipfels am 5.7.17 in Hamburg haben mich tief berührt. Auf eindrückliche Weise zeigt sie die Ohnmacht der vielen einzelnen, die zunächst als graue, anonyme Masse sich dann – Mensch für Mensch – und doch auch gemeinsam befreien und die Macht der Vielen durch Gemeinschaft offenbaren. In tiefer Ruhe, friedlich und äußerst kraftvoll vermittelten diese Performancekünstler eine äußerst starke Botschaft: der Mensch ist mehr als nur seine Funktionen und Rollen und sehnt sich nach Frieden und Freiheit… Dann fielen mir Yael Deckelbaum, Miriam Toukan und die „Women Wage Peace“ Bewegung ein – wieder Kunst, diesmal Musik, die in den Dienst des weltweiten Friedens gestellt wird. Und immer wieder ist die Rede vom Erstarken des Weiblichen in der Welt. Gibt es da einen Zusammenhang?

Beim weiteren Nachdenken über dieses Thema fiel mir meine gute Freundin Casmina Magdalena Haas ein, die ich nicht nur sehr als Freundin schätze, sondern auch als Künstlerin. Ich empfinde sie als wahrhaft weiblich und wenn mich jemand fragen würde, ob es so etwas, wie eine weibliche Kunst gibt, dann würde ich unbedingt auf Casmina verweisen.

Außerdem ist Casmina seit ihrer Kindheit hochgradig hellsichtig und hellhörig und in der Lage, den Schöpfungsimpuls selbst in seinen vielfältigen Gestalten wahrzunehmen. Sie kann buchstäblich mit allem telepathisch kommunizieren, was beseelt ist – wenn es auch mit ihr kommunizieren will… Hunde sind beispielsweise oft sehr mitteilsam, Katzen dagegen eher verschwiegen… Aber Casmina „spricht“ auch mit Steinen, Pflanzen, Wüsten, Meeren und Bewusstseinsformen, für die wir gar keine Worte haben, die jedoch dennoch Teil unserer Welt sind und oft mit uns in Wechselwirkung stehen. Die meisten Menschen haben dafür  leider keinen Sinn, Casmina mit ihrem erweiterten Bewusstsein jedoch schon und also fand ich es als naheliegend, sie einmal zu den Themen Kunst und Weiblichkeit in unserer Zeit zu befragen:

Welche Aufgabe hat Kunst deiner Meinung nach für den Menschen?

Kunst ist ein Werkzeug unseres ureigenen inneren Feldes, uns selbst und das, was wir sind, in der Welt sichtbar und erfahrbar zu machen. Kunst führt uns, als Schöpfer sowie als Betrachter, im Optimalfall in das Zentrum unserer eigenen Kraft. Sie erinnert uns an das, was wir sind und an das, was durch uns in der Welt platziert und verankert werden kann.

Kunst ist ein Mittel der Schöpfung in uns und durch uns hindurch. Sie erstreckt sich in alles hinein, was aus der Schöpfung heraus Leben erhält. 

Gemälde: female release
female release | Erde, Piniennadeln, Gold, Acryl, Kreiden auf Leinwand Panel | 30 x 30 cm | 2015 born in Orange Grove, Tucson – Arizona

Meine Kunst entsteht in Zusammenarbeit mit dem Schöpfungsfeld der Erde, das heißt der Natur und exponiert auf diese Weise den heiligen Raum materialisierten Lichts. Und zwar in jedem von uns, in allem was lebt und vor allen Dingen, in dem, was wir nicht erklären, aber erfühlen können. Durch meine Liebe zum Feld der Kreativität, die unser Universum, unsere Erde und auch uns selbst ständig erschafft und erneuert,  bündelt meine Kunst den schöpferischen Ausdruck des Lebens selbst. Meine Kunst dokumentiert mit all meiner Liebe den unermüdlichen heiligen Kreislauf von Leben und Sterben und Neuwerdung.

Die Idee und Umsetzung der interdimensionalen Kunst (Bezeichnung für ihr derzeitiges Werk, Anm. E.) entstand auf meinem langjährigen künstlerischen Weg. Sowohl aus dem konkreten Schöpfungsprozess heraus, als auch aus meiner Liebe zur Natur, zur Erde, zum Leben selbst  und besonders dem tiefen Raum des Ursprungs eines jeden Neubeginns, der wiederum Leben erschafft.

Aus dieser Begeisterung heraus reise ich um die Welt, gehe in die Kommunikation mit Regenwäldern, Wüsten, Bergen, Kontinenten… Während meiner meditativen Retreats in diversen Ländern entsteht in dieser sensiblen und gleichzeitig kraftvollen Begegnung mit der Erde und ihren Schöpfungen meine Kunst. Dabei sammele ich Hölzer, Gräser, Sand, Steine, Blätter, Federn, Tierfelle, Knochen usw. in der Natur. Diese webe ich in meine Kunstwerke ein, seien es Bilder, Installationen oder Readymades (zum Kunstobjekt erklärte Gegenstände, die Casmina in besonderer Weise arrangiert oder gestaltet, Anm. E.) Oftmals entstehen auch aus den gesammelten Naturmaterialien heraus eigenständig Kunstwerke. Dabei erlebe ich mich in einer schöpferischen Synthese mit dem materialisierten Leben selbst. In dieser Weise wurden in den letzten Jahrzehnten rund um die Welt meine Werke geboren. Diese sind immer auch ein Verweis auf die besondere Energie, Geschichte, aber auch das Potenzial einer bestimmten Landschaft, eines Landes oder Kontinentes.

So drückt sich die Erde durch mich als Teil des Weiblichen aus. Als Teil dessen, was wir alles sind – ein immer noch unerforschtes Wunder des Lebens selbst, welches niemals wirklich verstanden, aber umfassend empfunden und so erlebt werden kann. Meine Kunst ist ein Verweis auf die Unendlichkeit der Schöpfung selbst und – im Optimalfall  – eine tiefe Erinnerung an das, dem wir uns nur hingeben können, dem Leben, dem „Göttlichen“ und der unendlichen Ewigkeit…

Readymade: das Monumentale muss nicht groß sein
das Monumentale muss nicht groß sein | Holz, Rosenquarz – vergoldet | 2016 born in Timmendorfer Strand

Deine Werke heißen: „Atem der Göttin“ oder „Freiheit der Erdseele.“ Wie kommst du zu diesen Titeln?

Die Titel meiner Arbeiten entstehen aus dem Prozess des Erschaffens heraus. Oder während des Schöpfungsprozesses, indem immer mehr und mehr fühlbar wird, was für eine Frequenz des Lebens sie transferieren. In einigen Fällen offenbart sich die Intention, die einem Kunstwerk innewohnt, im Zusammenspiel mit einem Betrachter oder häufiger noch einem Käufer, der in der Regel immer eine sehr intime und gefühlsbetonte Beziehung zu einem Werk von mir entwickelt.

Was glaubst Du, warum das Weibliche gerade so hoch im Kurs ist?

In der heutigen Zeit dehnt sich die Sehnsucht nach der Wahrheit unseres Lebens immer mehr aus, da Religion, Gesellschaft und Wissenschaft an ihre natürlichen Grenzen stoßen. Die Kunst ist das Feld, durch das wir bewusst an der Schöpfung teilnehmen können. Durch die Kunst geben wir der Schöpfung in unserem Leben und in unserer Gesellschaft mehr Raum.

Das weibliche Feld erinnert uns gerade heute an die Tiefe des Friedens alles Seienden. Ganz natürlich und wie selbstverständlich, erschafft es immer wieder aus sich selbst heraus Leben und läßt es weiterfließen.

Das Weibliche in der Kunst ist ein Feld, welches in der Tiefe weiß, aber nichts will. Es ist ein stiller Raum, der jenseits aller Worte durch Manifestation ständig über die Schönheit, Würde und Einzigartigkeit jeder Schöpfung informiert. So können wir wieder an das Wunder angeschlossen werden, welches wir als Teil der Schöpfung selbst sind.

Diese Rückanbindung, kann uns die Einsicht schenken, dass es nichts zu verbessern gibt. Es geht nur darum, die Fülle und die Freiheit, die der Schöpfung inne wohnt, anzunehmen und miteinander zu teilen. In und durch dieses Kraftfeld ist Frieden nicht nur möglich, sondern eine natürliche Konsequenz der Achtung vor dem Leben selbst. Das kann jeder einzelne von uns und gemeinsam verstärkt es sich. Ist das nicht wunderbar?

Gemälde: freedom of the earth soul
freedom of the earth soul | Federn, Gold, Sand, Acryl, Öl auf Leinwand Panel | 30 x 30 cm | 2016 born in Tucson – Arizona

Über Casmina Magdalena Haas und ihr Werk:

Von Beginn unserer Freundschaft an, war die Erforschung der Kreativität und gerade von Frauen als Schöpferinnen eines unserer Lieblingsthemen. Immer wieder durfte ich beobachten, wie Casminas Arbeiten entstehen und sich im Laufe ihrer Entwicklung wandeln. Von jeder Reise bringt sie neue Impulse, neue Bilder und neue Readymades mit.

Immer deutlicher wurde dabei ein Aspekt, der all ihren Werken seit 2012 auf besondere Weise inne wohnt: ein materieller Ausdruck der Ehrerbietung an unsere Natur und die Schöpfung selbst. Sie scheinen beinahe wie Gestalt gewordene Gebete der Liebe, Verehrung und Dankbarkeit. Es geschieht häufig, dass Menschen beim Anblick ihrer Werke die Tränen kommen oder sie ganz still werden, als ob sie in eine sakrale Sphäre eingetaucht sind. Tatsächlich wird in gewisser Weise jeder Raum, in dem sich ihre Kunst befindet und ihre Kraft entfalten kann, im besten Sinne heilig und kann diesen regelrecht zu einem Heilraum machen. Denn wer dafür offen ist, kann in seinem tiefsten inneren Wesen berührt werden und erinnert sich so daran, wer er in Wahrheit ist. Das ist eine zutiefst heilsame Erfahrung.

Inzwischen ist beobachtet worden, dass Casminas Bilder im Dunkeln leuchten – ohne Blitz fotografiert scheint es, als wären sie Lampen. Diese offensichtlich besondere Kraft, die ihre Werke ausstrahlen ist mittlerweile von einem Radiästheten gemessen worden. Er stellte fest, dass ihre Bilder und Skulpturen Werte von bis zu 200.000 Boviseinheiten erreichen. D.h. sie erhöhen die Frequenz ihrer Umgebung mit einer Reichweite von bis zu 20 Kilometern. Sensitive Menschen können die Strahlung ihrer Heilkraft oft  wahrnehmen. Tatsächlich können die Bilder im Betrachter den persönlichen Zugang zur Schöpfung und die heilige Präsenz alles Seienden eröffnen und damit die Frequenz der universellen Liebe in den Herzen der Menschen.

Nach Studien der Malerei an der Kunstakademie in München und der Hochschule der Künste in Bremen ist Casmina seit 2000 freischaffend als Künstlerin tätig. Derzeit lebt und arbeitet sie an der Ostsee und auf der ganzen Welt. Fast überall, wo sie dem Gesang der Schöpfung lauscht und diesem in ihrer Kunst auf einmalige Weise Ausdruck verleiht, hat sie ihre Werke auch ausgestellt, ob in Deutschland oder Amerika, den Arabischen Emiraten oder Indien und an vielen anderen Orten auf der ganzen Welt! So verbreitet sich die besondere Frequenz des Friedens, der Harmonie und des Feierns der Schöpfung, die Casminas Werk und Wesen auszeichnen, auf natürliche, sanfte und doch nachhaltige Weise immer weiter. So kann Kunst immer weiter zu Frieden und Freiheit führen – auf einem wahrhaft weiblichen Weg!

Readymade: und sie träumen fort und fort...
und sie träumen fort und fort… | Engelsflügel aus Gips – vergoldet, Kojotenköpfe | 2016 born in Timmendorfer Strand

Anmerkung: 

Diese zweidimensionalen Abbildungen werden der tatsächlichen Kraft der mehrdimensionalen Kunst leider kaum  gerecht. Auf Casminas eigener Webseite gelingt dies viel besser  und mehr Informationen über sie gibt es dort auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.