Eine neue Weltreligion?

Derzeit scheinen sich die Glaubensfronten überall auf der Welt zu verhärten: es scheint als ob Politik und Medien uns einen Krieg zwischen Glaubensgegnern suggerieren wollten, indem angeblich radikale Islamisten Glaubensanhänger der anderen Religionen aufmischen. Aber ich bin nicht davon überzeugt, dass ihre Motive ausschließlich religiöse sind. Sicherlich spielen wirtschaftliche Aspekte eine große Rolle – denn Menschen, denen es wirtschaftlich gut geht, die in sicheren Verhältnissen leben dürfen und die ihr Leben genießen können, haben eher selten das Bedürfnis, dies für Kampfhandlungen im Namen ihres Glaubens aufs Spiel zu setzen.

Die Macht der Macht

Doch dieses wirtschaftliche Gefälle und die daraus resultierenden Konflikte sind wiederum das Produkt ganz anderer Überzeugungen und Konzepte, die vielleicht weniger theologisch, jedoch kulturpsychologisch durchaus Sinn ergeben: zugrunde liegt der uralte Glaube – und das schließt Anhänger aller Religionen mit ein – dass Macht der einzig gültige Wert sei. Nur dann kann man sich Wohlstand, Reichtum, Respekt, Ansehen verschaffen und die Kontrolle über das eigene Leben wahren… Insofern stimmt die Vorstellung von einem Glaubenskrieg, nur verläuft die Frontlinie nicht zwischen den alten Religionen sondern zwischen Lebensprinzipien.

Doch diese alten Prinzipien und wie sie die Lebensgestaltung von einzelnen und ganzen Völkern bestimmt haben, scheinen zu bröckeln. Und das ist nicht erst seit Kurzem. Es hat immer schon Bewegungen gegeben, die nach einem neuen Weg darüber hinaus und jenseits davon gesucht haben: wie z.B. die universalisitsche Religion der Bahais und die Flower Power Bewegung und doch scheiterten sie letztlich an den Machtstrukturen. Bisher.

Macht ist out.

Laut einiger Metaphysiker ist genau genommen das die Größe des in der öffentlichen Wahrnehmung weitestgehend als unspektakulär bzw. als alberner Mythos geltenden Wandels vom Dezember 2012. Völlig im Einklang mit der fortwährend stattfindenden Evolution des Multiversums…erfuhren alle und alles eine energetische Veränderung und diese setzt sich beständig fort. Manche haben sie von Anfang an gespürt, andere entdecken die Zeichen jetzt und wieder andere blieben unberührt – sie werden die Auswirkungen wahrscheinlich erst in der Stunde ihres Todes oder einer neuen Inkarnation erkennen.

Diese energetische Veränderung beinhaltet eine Frequenzerhöhung in jeder Hinsicht – die Schwingungen werden grundsätzlich schneller und feiner und die langsameren, gröberen fallen zurück. Auch Gedanken und Gefühle haben messbare Schwingungen – dazu gibt es sogar medizinische Untersuchungen.  Die Hirnströme eines tibetischen Lamas, der während der Untersuchung auf Mitgefühl meditierte sprengte die Skala des Messgeräts… Und lag damit offensichtlich weit über den Messdaten jener Menschen, die beispielsweise an ihre Partner, ihre Kinder oder Sex dachten…

Liebe ist in

Die Kraft der Liebe setzt sich zunehmend in unser aller Bewusstsein durch und damit ein Wissen um Verbundenheit und das Begreifen, dass Trennung in Wahrheit eine Illusion ist, ein Wissen um die Unsterblichkeit der Seele und damit das Begreifen, dass der Tod in Wirklichkeit eine Illusion ist und das Wissen um Raum und Ewigkeit und damit das Begreifen, dass Zeit auch eine Illusion ist.

Immer mehr Menschen werden sich ihres Anschlusses an das große Bewusstseinsfeld gewahr  und auch ihren möglichen Zugriff auf das allgemeine Informationsfeld, was uns ständig umgibt. Damit in Kontakt gehen zu können, erspart jegliche Form alter, überholter Lern- und Gedächtnismethoden. Auch dieser Kontakt ist lernbar. Eine Fähigkeit die lange nur Mystikern vorbehalten war, wird immer mehr Menschen, die dazu bereit sind, zuteil. Dass immer mehr Menschen bereit sind…liegt einerseits an den bereits erwähnten Frequenzerhöhungen (die z.T. physikalisch messbar sind, z.T. bisher nur metaphysisch wahrnehmbar) und an dem Entwicklungstand des jeweiligen Menschen. Wann genau der einzelne erwachst ist wieder nur eine Frage des wann, nicht des ob.

Vielleicht vergleichbar mit – um jetzt mal ein richtig profanes Bild zu verwenden – einem Topf voller Maiskörner in Öl. Sobald das Öl die richtige Temperatur erreicht hat, beginnen die Maiskörner zu platzen und werden zu Popcorn. Manche sofort, manche etwas später, manche ganz am Ende und manche gar nicht, die werden nur schwarz…die schaffen das erst in der nächsten Inkarnation…

Doch so oder so ist das die unausweichliche nächste Etappe in unserer Evolution.

Pioniere des neuen Bewusstseins

Von jenen, die diese schon erreicht haben, bewegen sich zunehmend mehr in die Öffentlichkeit, um ihre Mitmenschen zu motivieren und mitzureißen, sich ihnen anzuschließen. Diese „Pioniere des neuen Bewusstseins“ propagieren das bewusste Leben von Liebe im Jetzt und gehen selbst mit gutem Beispiel voran. Sie vermitteln uns, dass die Liebe nicht nur ein Gefühl ist, sondern eine schöpferische Seinsweise.

Stellvertretend hier zwei dieser Pioniere, weil sie sich den Begriff Liebe deutlich auf die Fahnen ihres „Bewusstseinsfeldzüge“ geschrieben haben:

Der Anglo-Australier Michael Roads „erwachte“ mit 49 und ist seit dem seit über 25 Jahren als spiritueller Lehrer aktiv. Er spricht gerne davon, dass er „den Liebesvirus“ verbreitet und ist bekannt für sein stetes Verkünden von: „Wählt Liebe!“

Der junge Amerikaner Matt Kahn, der bereits als Kind „erwachte“ spricht gerne von der „Liebes-Revolution“ und erklärt auf seiner Webseite dezidiert dass er sich geehrt fühlt, dem Erwachen der Menschheit bewusst zu dienen und sein Credo ist: „Was immer entsteht, liebe es!“

Überhaupt ist „Love Revolution“ ein beliebter Begriff in den Programmen vieler spiritueller Aktivisten – mal enger, mal loser mal gar nicht mit dem Gottesbegriff verknüpft.

Beispielhaft für dieses allenthalben zu beobachtende Bewusstsein im sich neu entfaltenden Geist der Liebe ist ein Text des Amerikaners Brian Piergrossi, der ebenfalls als spiritueller Autor und Coach aktiv ist. Sein Blogtext vom 12. Februar 2012 macht seit seiner Existenz immer wieder die Runde durch das Internet, u.a. ist er als Youtube Filmchen umgesetzt und inzwischen auch mehrfach übersetzt worden. Er hat den passenden Titel: „Liebe ist die neue Religion“. Eine übersetzte Version auf Deutsch ist im Michael Roads Newsletter vom September 2014 zu lesen.

Ein wichtiger Protagonist dieser Bewegung ist auch der Deutsch-Kanadier Eckhart Tolle, dessen erstes Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart. Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen“ seit seinem ersten Erscheinen 1997 in über 30 Sprachen übersetzt wurde und auf Deutsch bereits über 20 Auflagen erreicht hat. Durch seine Zusammenarbeit mit der amerikanischen Talkshow-Queen Oprah Winfrey hat er es – und damit die Bewusstseinsbewegung des Erwachens – es in den Mainstream geschafft.

Und das sind nur einige Repräsentanten aus unserer westlichen Kultur – diesbezüglich ist uns der Osten schon lange voraus. Indien hat eine jahrtausendealte Kultur des Bewusstseinserwachens und manche der indischen Yogis waren auch berufen, ihre Lehre und ihre Frequenz im Westen zu verbreiten und haben zweifellos spürbar ihre Spuren hinterlassen, z.B. die geradezu berühmten Vorreiter dieser Lehre: Paramahansa Yogananda und Jiddu Krishnamurti.

Eine Bewegung im Aufwind

Seit Jahrtausenden hat diese Bewegung nun endlich wieder einmal Rückenwind. Einen großen Beitrag dazu leistet das Internet. Zum einen als Informationsmedium, um an die bewussten Träger dieser neuen Frequenz dranzukommen, zum anderen um sich mit Gleichgesinnten zusammen zu schließen.

Das erklärt beispielsweise die wachsende internationale Popularität von „Buddha at the Gaspump“ (Etwa: Buddha an der Zapfsäule). Der Amerikaner Rick Archer, der selbst jahrzehntelang Transzendentale Meditation betrieb, sich aber schließlich aus verschiedenen Gründen davon abwandte, kam 2011 auf die Idee, Menschen zu interviewen, die ihm in ihrer gelebten Spiritualität beispielhaft und inspirierend erschienen. Seit dem interviewt er ziemlich konstant wöchentlich einen spirituell herausragenden Zeitgenossen und das mit wachsender Popularität. Diese Interviews sind sowohl auf seiner Webseite als auch auf Youtube kostenlos für jeden anzusehen und er und seine Frau finanzieren dieses Projekt allein auf Spendenbasis. Und das funktioniert, seit fünf Jahren mit wachsender Kraft! Übrigens gehörten zu den Interviewgästen bisher auch die bereits erwähnten Bewusstseinspioniere: Penny Kelly, Matt Kahn, Brian Piergrossi und Michael Roads.

Ein Schlüsselbegriff dabei ist offensichtlich Liebe

Tatsächlich ist jedoch der Begriff von Liebe in diesem Zusammenhang ein ganz anderer, als der, der uns bisher vertraut war. Denn Liebe ist die Kraft der Schöpfung – das, was unserer Existenz in Wahrheit zugrunde liegt und das, was zutiefst zu Begreifen und auszudrücken die Bestimmung unseres Wesens ist.

Tatsache ist, wir schöpfen eh die ganze Zeit – denn das, was wir denken und fühlen und worauf wir unsere Aufmerksam richten manifestiert sich. Je bewusster wir das tun, umso näher an dem, was wir eigentlich wollen. Es ist ein eigentlich, weil viele von uns noch ein massiv unaufgeräumtes Unterbewusstsein haben, aus dem heraus die eine oder andere Schöpfungsabsicht überschrieben wird…ohne dass wir es im Prozess merken, aber halt im Ergebnis. Die amerikanische Autorin und metaphysische Forscherin Penny Kelly sagt, es gibt im Prinzip nur zwei Arten von Schöpfung – egal, ob bewusst oder unbewusst: lebensdienende und lebensfeindliche. Ziel ist natürlich eine wachstumsorientierte, lebensbejahende Schöpfung zu praktizieren – in Demut vor dem Leben und in Achtung aller Mitwesen.

Das gilt für alle

Tatsächlich kann lernen und üben, bewusst zu schöpfen – es beginnt mit der bewussten Entscheidung dafür. Techniken, wie das genau geht, werden allenthalben in der Literatur, von spirituellen Coaches und im Internet angeboten – deswegen wird hier nicht weiter darauf eingegangen. In jedem Falle gibt es für jedes Budget und jedes Charakterstrickmuster einen Weg, der verständlich und anwendbar ist.

Weil uns allen in Wirklichkeit die Fähigkeit zu lieben und geliebt zu werden zu eigen ist – manche von uns haben es nur verdrängt oder vergessen…aber es ist jederzeit wieder aktivierbar, besonders wenn man sich dazu entschließt. Denn letztlich geht es vor allem darum: bewusst Liebe zu leben…  Und je mehr und bewusster das ein jeder von uns tut…umso mehr werden andere davon berührt und von der wachsenden Strömung früher oder später mitgerissen. Irgendwann ist die kritische Masse so groß, dass Widerstände dagegen auf Dauer keine Chance haben. Und wenn sich dies schließlich durchsetzt, wird sich unsere Welt, die bisher von Machtdynamiken geprägt war, grundsätzlich verändern: es wird eine Welt der Liebe.

Eine real werdende Utopie

Das ist das goldene Zeitalter, die große Veränderung im kollektiven Bewusstsein die in diversen esoterischen Schriften für unsere Zukunft prognostiziert wird. Nur das wann…ist eine Frage, die nicht beantwortet werden kann. Denn manche praktizieren dies schon seit langem und haben sich auch ein liebevolles Umfeld manifestiert…d.h. sie leben schon in dieser neuen Frequenz…andere stoßen erst später oder viel später, manchmal sogar erst in der nächsten Inkarnation dazu.

In jedem Falle gilt: es wird geschehen, mit jedem einzelnen Menschen, vollkommen unabhängig von der aktuellen religiösen Ausrichtung die der einzelne gerade haben mag oder nicht: die Seelen aller Menschen werden sich diesbezüglich immer weiter verbinden und vereinen!  Buchstäblich eins sein in der Liebe… Und dann ist die Liebe die mächtigste Religion von allen, die in Wirklichkeit keine Religion ist – sondern eher so etwas wie ein „Einheitsbewusstseinsfeld“ mit dem die Quantenphysik schon lange operiert, vielleicht ohne wirklich zu wissen oder zuzugeben, dass dieses Einheitsfeld genau genommen aus dem Bewusstsein aller empfindungsvermögenden Wesen besteht. Esoteriker wissen das schon lange – aber weil sie eben als esoterisch verschrien sind, hat es dieses Wissen noch nicht in die physikalischen Gleichungen der Wissenschaftler geschafft. Aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Egal, wie man es auch dreht und meidet: am Ende siegt das Prinzip der Liebe über alle alten Glaubenssysteme die auf Macht basieren.

 

Balance hat eine Farbe

Wie ein paar aufmerksame Leser bemerkt haben, habe ich im Januar keine Blogartikel geschrieben. Mein Blog musste ein paar Wochen ruhen, während der ich in einer Art literarischer Rettungsaktion, die missglückte Buchübersetzung von Michael Roads‘ Buch „Stepping…Between…Realities“ übernahm. Das Buch kann nun, wie bereits in den Medien angekündigt und von den Fans ersehnt, planmäßig auf Deutsch erscheinen und zwar in einer hoffentlich dem Autor und seinem Werk würdigen Qualität. Es heißt: „Wanderer zwischen den Welten“ und erscheint am 15. April bei Hierophant.

Damit alle entsprechenden Termine eingehalten werden konnten, musste ich mein eigenes Schreiben hintanstellen. Zum einen hatte ich dafür schlichtweg keine Zeit, zum anderen fällt es mir außerordentlich schwer, während ich mich im ‚geistigen Garten‘ eines anderen aufhalte, mich um meine ‚eigenen Gewächse‘ zu kümmern. Doch im Gegensatz zu realen Pflanzen, nehmen einem das Texte weniger übel, wenn sie eine Weile vernachlässigt werden. Sie entstehen halt dann, wenn der Autor endlich so weit ist…

Wie Michael Roads die Schöpfungskräfte wahrnimmt

Nachdem ich mich nun wochenlang intensiv mit Michaels metaphysischen Reiseberichten beschäftigt habe, fasziniert mich nun seine Wahrnehmung unserer Schöpfungskräfte umso mehr. Da ich das nun gerade übersetzt habe, erlaube ich mir ihn dazu direkt aus diesem Buch zu zitieren, wo er seine Wahrnehmung den neuen Lesern erklärt:

„Die Qualität zeigt sich in einer mir nun vertrauten Weise: CHAOS – der Motor, der antreibt, ORDNUNG – die Stabilität der Struktur, und BALANCE – der Ort des größten Potenzials.

Okay, für die neuen Leser muss ich das noch einmal erklären.

CHAOS – die Antriebsenergie, ist eine Energie, die ich metaphysisch in hunderten von Rottönen erfahre, von denen jeder eine andere emotionale Verbindung zu mir hat. Doch für diese emotionale Sprache – denn darauf läuft es hinaus – gibt es keine intellektuelle Übersetzung. Ich könnte sagen, dass manche Rottöne niederträchtig, wütend, zornig, destruktiv, flüchtig sind, während andere liebend, fürsorglich, beruhigend, verbunden, kreativ sind… all das in stetig variierenden emotionalen Nuancen, die vielleicht über eintausend verschiedene rote Farbtöne enthalten. Mit der schwarzen Farbe der ORDNUNG, der Stabilität der Struktur, verhält es sich genauso.

Ein Flächenbrand ist zum Beispiel reines CHAOS ohne ORDNUNG. Ein Felsen ist reine ORDNUNG ohne CHAOS. Zwischen CHAOS und ORDNUNG gibt es eine enorme, kreative Verwindung (Torsion). Wenn diese zwischen den beiden Polen eine perfekte Dynamik erreicht, dann erlebe ich das weiße, flimmernde Licht der BALANCE – der Ausdruck des größten Potenzials.“

(Michael J. Roads, „Wanderer zwischen den Welten“, S.98)

Jenseits von bekannten physikalischen Prinzipien

Was ich so besonders spannend daran finde, ist die Farbwahrnehmung. Denn ganz offensichtlich hat es nichts mit den – uns bisher bekannten – optischen Gesetzen der Physik zu tun, denen zu Folge die drei Gestaltgebenden Farben Orange, Grün und Violett sind, bzw. Blau, Rot und Gelb.

Doch hier geht es weniger um optisch wahrnehmbare, physikalisch messbare Erscheinungen, sondern um metaphysische Prinzipien. Als ob man in die Töpfe auf dem Schöpfungsherd gucken könnte, manche brodeln und manche…scheinen fast völlig erkaltet… Und natürlich alle Stufen dazwischen.

Und diese Prinzipien zeigen sich mindestens Michael Roads in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Doch ist mir dieses magische Farbtrio schon längst und lange bevor ich mit Michael Roads in Kontakt kam, auch in anderen Zusammenhängen aufgefallen.

Beispielsweise fand ich es immer interessant, dass klassische Kartenspiele entweder schwarze oder rote Symbole auf weißem Grund haben.

Beliebte Vereinsfarben

Außerdem spielten die Farben natürlich eine große Rolle in der mittelalterlichen Heraldik, was sich bei uns beispielsweise noch in Sportvereinen oder politischen Parteien seinen Ausdruck findet.

Sportvereine in allen Ländern wählen oftmals diese Farben: In Deutschland z.B. die Bundesliga Fußballmannschaften von Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt. In der Amerikanischen NBA z.B. die Chicago Bulls und die Houston Rockets.

Unangenehm bekannt ist uns diese Kombination in der uns allerdings machtvollen Symbolik der Hakenkreuzflagge der Nazis: ein schwarzes Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund…

Tatsächlich hieß es im deutschen „Reichsflaggengesetz“ von 1935: „Die Reichsfarben sind Schwarz-Weiß-Rot.“

Bis heute sind diese Farben die Nationalflaggenfarben vom Jemen, Irak und Ägyptens und Syriens. Ihnen gemeinsam ist ihre Wurzel in der arabischen Revolutionsfahne von 1952 und entsprechend sehen haben sie alle den gleichen Grund: drei gleichbreite Querstreifen in der Reihenfolge von oben nach unten: rot, weiß, schwarz. Diese Farben gehören – mit Grün, wenn auch weniger – zu den panarabischen Farben und ihre Symbolik ist eine der arabischen Kultur spezifische. Doch dies, sowie die Geschichte der Fahnenfarben überhaupt führt hier zu weit von meinem Thema. Belassen wir es dabei, dass dies machtvolle und daher beliebte Farben für eine Gruppenzugehörigkeit sind.

Schneewittchen lässt grüßen

In Märchen kommen die Farben auch immer wieder vor. Das Märchen vom Schneewittchen nach den Gebrüdern Grimm beginnt mit einer sehnsüchtigen Königin, die an einem Wintertag nähend an einem Fenster mit schwarzem Ebenholzrahmen sitzt und sich versehentlich in den Finger sticht. Während ihre roten Blutstropfen in den weißen Schnee fallen, denkt sie: „Ach hätt ich doch ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz.“ Ihr Wunsch erfüllt sich und sie bekommt eine Tochter – mit dem Namen Schneewittchen. Ihre Haut ist weiß, die Haare schwarz und die Wangen rot, wie Blut.

Aber die Wurzeln dieses Märchens sind natürlich noch viel älter. Tatsächlich gehen sie wohl weit in die vorchristliche Antike zurück: den der Forschung zufolge sind Reste eines alten Venus/Aphroditekults darin zu entdecken: die drei Gegenstände, mit denen ihre böse Stiefmutter versucht, sie zu Tode zu beglücken…sind ein Gürtel, ein Kamm und ein Apfel, alles Attribute der Liebesgöttin! Und wahrscheinlich sind die genauen Farben dieser Gegenstände im Laufe der Überlieferung verloren gegangen – aber ich würde mich nicht wundern, wenn sie das magische Farbtrio reflektierten. D.h. möglicherweise ein schwarzer Gürtel, ein weißer Kamm und ein roter Granatapfel!

Auch im beliebten russischen Märchen „Die schöne Wassilissa“ spielt das Farbtrio eine geheimnisvolle Rolle. Die Heldin wird von ihrer ebenfalls bösen… Stiefmutter in den Wald geschickt um bei der höchst gefährlichen Hexe Baba Yaga Feuer zu holen. Auf dem langen Weg dorthin begegnet Wassilissa in der Morgendämmerung ein Reiter. Alles an ihm ist weiß: das Gesicht, die Kleidung, das Pferd und auch dessen Riemenzeug. Bei Sonnenaufgang begegnet ihr ein roter Reiter und bei Anbruch der Nacht ein Schwarzer. Es sind dies die drei Diener der Baba Yaga: Der helle Tag, die rote Sohne und die schwarze Nacht.

Die Farbsymbolik

Allgemein kann man sagen, dass psychologisch Schwarz u.a. Macht, Mysterium, das Weibliche, das Böse, das Dunkle und der Tod in Verbindung gebracht, mit Weiß: Hoffnung, Reinheit, das Männliche, das Gute, das Licht und das Leben und mit Rot: Leidenschaft, Gefahr, Liebe, Energie und Blut.

Doch haben die Farben einen unterschiedlichen Stellenwert in unterschiedlichen Kulturen: bei uns sind Bräute weiß gekleidet, in China rot; bei uns trägt man bei Beerdigungen schwarz, in Indien weiß.

Und in der Antike waren die Farben auch mit der Temperamentenlehre von den Körpersäften verbunden. Traditionell galt Schwarz als die Farbe der Melancholiker, Weiß als die Farbe der Phlegmatiker und rot als die Farbe der Sanguiniker, dem dazugehörigen Choleriker wurde die Farbe Gelb zugeordnet.

Tiefenpsychologisch steht schwarz für die unbekannten und unterdrückten ‚Schattenseiten‘, die Angst vor dem Unbekannten und für Angst vor oder eine Situation von Tod und Trauer.

Weiß steht für Unschuld und Reinheit, auch für Enthaltsamkeit und Unfruchtbarkeit. Rot steht für Leidenschaft, Feuer und offensichtliche Gefühle überhaupt.

Dazu gibt es natürlich unendlich viel Material, als ich an dieser widergeben kann und möchte. Außerdem geht es mir ja um das besondere gemeinsame Auftreten der drei Farben. Schließlich wurde ich diesbezüglich fündig.

Von der Mythologie zur Alchemie

So sehr mich Alchemie immer fasziniert hat, so sehr bin ich auch bisher immer daran gescheitert, sie wirklich im Detail zu verstehen – zu vielfältig und komplex sind die vielschichtigen Bedeutungen der verschiedenen Elemente und ihrer Wirkungsweisen. Deswegen ist die folgende Beschreibung auch nur eine Annäherung im Dienste meiner Theorie, nämlich dass es mit dem gemeinsamen Auftreten der drei Farben Schwarz, Weiß und Rot eine Bewandtnis hat, die über unser übliches Verstehen hinausgeht.

So, wie ich die alchemistische Lehre diesbezüglich verstanden habe drücken die drei Farben drei Wandlungszustände aus, zu der ursprünglich noch ein vierter, der gelb ist gehörte. Doch seine Bedeutung verlor sich mit der Zeit bzw. wurde wohl dem Roten untergeordnet.

Im Prinzip geht es dabei um einen Wandlungsprozess (Transmutation), um etwas von einem niedriger werten Zustand in einen Zustand höherer Ordnung zu überführen.

Der Alchemie zufolge geht das mit einer gewissen Farbgebung der Materie einher, die dann auch psychologische Symbolkraft erhielt.

Demnach sind Phasen der Alchemie, die mit dem Wandlungsprozess von Materie einhergehen, wie folgt:

Nigredo – die Schwärzung: damit ein Stoff in einen höheren Zustand kommen kann, muss er zunächst in seinen Urzustand versetzt werden – d.h. er wird eine schwarze formlose Masse und ist ‚tot‘ d.h. am Ende ihres alten Zustands. Albedo – die Weißung folgt darauf – entweder in dem eine Vielzahl von Farben durchlaufen werden oder direkt weiß bzw. silber wird. Sodann erfolgte der ultimative Zustand in der der Stoff sich rot färbte und also seine höchste Qualität erreichte: Rubedo.

Der Schweizer Begründer der Tiefenpsychologie C.G. Jung interpretierte das psychologisch: Im Dunkel, im Schatten, im Urzustand verborgen liegt das Potenzial damit ein neuer Ich-Zustand erreicht werden kann, eine Wiedergeburt. Darauf folgt Albedo der Zustand des Gleichgewichts, laut Jung ein Idealzustand, der mit Leben erfüllt werden muss, mit Blut (Rubedo), für ihn waren das Weiße und das Rote Königin und König…

Außerdem gibt es bei Jung noch eine komplizierte Interpretation bezüglich des ‚transmutativen‘ Verhältnisses zwischen Therapeut und Patienten – das umfasst noch mehr als diese Farben und sprengt den aktuellen Rahmen.

Ein bewusster Umgang mit den Farben ist vielleicht ergiebiger als wir ahnen

Also drücken die drei Farben offenbar Wandlungszustände aus und damit eröffnen die Farben im Märchen vom Schneewittchen, die Initiationsschritte in den Venuskult beschreiben eine weitere Dimension. Offenbar war damals ein Wissen bekannt, das uns zwischenzeitlich – mal abgesehen von den Alchemisten – verloren ging. Doch hat es uns unterbewusst durch die Jahrtausende begleitet. Denn bis heute hat die Kombination der drei Farben Schwarz, Weiß und Rot eine ganz besondere Wirkung auf uns, ob wir uns dessen gewahr sind, oder nicht.

Auch wenn es sich – zumindest nach Michaels metaphysischer Betrachtung – genau genommen etwas anders verhält, als die Alchemie lehrt.

Das wirft die Frage auf, ob sich unser Verhältnis zu den Wahrheiten des Lebens ändern würde, wenn wir unsere Wahrnehmung entsprechend der „höher realen“ bzw. metaphysischen Wahrnehmung von Michael Roads ausrichten würden: dann drückt schwarz einen Zustand von fast unbeweglicher Stagnation und Beharren auf Ordnung aus – d.h. schwarze Kleidung wäre geistiger und psychischer Beweglichkeit nicht wirklich zuträglich, obwohl viele Künstler und Intellektuelle traditionell gerne schwarz tragen und schwarze Dessous als besonders verwegen und erotisch gelten. (Tatsächlich gibt es Untersuchungen, dass schwarze Unterwäsche der Gesundheit weit abträglicher ist als weiße!)

Desweiteren leuchtet ein, warum Heiler und Mediziner so gerne weiß tragen. Neben der vordergründigen Bedeutung von Reinheit und dem symbolischen Versprechen ‚gutes zu tun“ und lichtvoller Autorität sollten sie in Balance sein, um auch ihren Patienten wieder zu Balance zu verhelfen und rot schließlich ist die Farbe die neben (manchmal auch notwendiger) Zerstörung auch Bewegung und Wachstum ermöglicht, und Wandel – ob er nun willkommen ist oder nicht…

Wie immer ist es eine Frage des Maßes und die wahre Kunst liegt in einem dynamischen, ewigen Tanz der drei: Schwarz als die Farbe der Ordnung und Festigkeit, Rot als die Farbe des Chaos, die Bewegung ermöglicht und Weiß als ihr idealer Treffpunkt zur Freisetzung des höchsten Potenzials… Und das streben wir doch alle an?!

 

Balance der Klänge

Missklänge und Harmonie gehören beide zur Balance!

Michael Roads, der spirituelle Lehrer, Autor und Metaphysiker aus Australien postet regelmässig seine Gedanken bei Facebook. Heute ist Balance sein Thema und der Post passt so wunderbar zu meinem Blog, dass ich ihn von Michaels Facebookseite hierher kopiert habe.

MICHAELS GEDANKEN vom 22. Mai 2015:
Balance ist der Treffpunkt zwischen Dissonanz und Harmonie. Laß dich nicht narren, zu glauben, dass es bei Balance darum geht, ungestört und glücklich zu sein. Im Gleichgewicht zu sein bedeutet, den Dissonanzen des Lebens ihren Ausdruck zu gestatten ohne davon gestresst zu sein – und nicht der Harmonie verhaftet zu sein. Laß Harmonie einen wichtigen Teil deines Lebens sein, aber nicht um den Preis die Missklänge zu verleugnen. Missklänge zu verleugnen ist kontraproduktiv. Akzeptiere Dissonanzen als Teil der Orchestrierung des Lebens. in dem du mitgehst, statt in Widerstand, wirst du den tieferen Grundrhythmus der inneren Harmonie finden. Das ist der Ort der Balance. In vielerlei Hinsicht ist Balance der Ort des inneren Friedens und der Hingabe. Du strebst sie nicht an, du erlaubst sie! Balance findest du leichter, wenn du beständig und bewusst…Liebe wählst!