Von der Venus mit Penis zu Conchita Wurst, Teil 2

Von der gesellschaftlichen Provokation ist der Weg nicht weit zur Unterhaltung, denn schon immer wurden auf der Bühne Dinge gewagt und gesagt, die im Alltag unvorstellbar waren…

Verkleidung und Rollentausch der Geschlechter gab´s immer schon

Auch wenn von den antiken griechischen Theaterstücken nur ein Bruchteil überliefert ist und es keine entsprechenden Hinweise gibt… so halte ich es doch für absolut möglich, dass in irgendeinem Satyrspiel – einer komischen Einlage zwischen den ernsten Tragödien, der eine oder andere Mann zur Gaudi des Publikums in eine Frauenrolle schlüpfte… Denn selbst ihre Götter verkleideten sich gelegentlich als Person des anderen Geschlechts und es gab den im vorigen Artikel erwähnten Aphroditekult, bei dem die Geschlechter die Rollen tauschten. Ob es nun intendiert war oder nicht: das wird auch durchaus unterhaltsam gewesen sein…

Überhaupt wird die Verkleidung als Vertreter des anderen Geschlechts schon immer Teil der Volksbelustigung gewesen sein, besonders zu bestimmten Festen, bei denen Verkleidung ein zentrales Element ist, wie im europäischen Karneval, bei dem inzwischen fast globalen Halloween oder beim jüdischen Purimfest.

Männer als Frauen als Männer…

Bekanntermaßen war Frauen in Westeuropa die Bühne und das Tragen von Männerkleidung lange verwehrt und so mussten Schauspieler die Frauenrollen übernehmen. Eine hübsche Illustration dessen ist der Film „Shakespeare in Love“, der zeigt, wie ungewöhnlich es im Elisabethanischen Zeitalter gewesen wäre, wenn eine Frau auf der Bühne erschienen wäre.

Doch als die Theater 1660 in England wieder eröffnet wurden, traten erstmals weibliche Darsteller auf und kurz darauf sogar auch in Männerkleidung. Unabhängig davon, ob die Figuren nun von Männern oder Frauen dargestellt wurden, hat Shakespeare in mehreren Stücken den zum Teil mehrbödigen Rollentausch zur Unterhaltung eingesetzt, z.B. in Was Ihr Wollt: so verkleidet sich die junge Viola (gespielt von einem Schauspieler) als ihr Zwillingsbruder Sebastian (eine klassische Doppelrolle bei Shakespeare, denn beide haben keine gemeinsame Szene) und nennt sich Cesario. Als solcher gerät er zwischen die Liebesfronten, eines Fürsten, der eine Edelfrau liebt, die aber „Cesario“ liebt, während Viola in Wirklichkeit den Fürsten liebt… Glücklicherweise taucht der tot geglaubte Bruder am Ende auf und bringt Ordnung in alle Angelegenheiten…

Hohe Stimmen sind nicht unmännlich

In den Barockopern war es anfangs nicht selbstverständlich, dass Darstellergeschlecht bzw. Stimmlage und Rollengeschlecht übereinstimmte. Die Hauptrollen wurden von Kastraten und Frauen übernommen, deren „engelsgleicher“ Gesang als besonders anziehend galt. Dass eine besonders hohe Stimme der kraftvollen Männlichkeit eines Feldherrn vielleicht nicht ideal entspricht – daran störte sich damals niemand. Jeder sang die Partie, für die sich seine Stimme am besten eignete. Kastrat und Sopranistin tauschten sogar in der Berliner Uraufführung von Cleopatra e Cesare in Berlin im letzten Akt die Rollen, um die Oper musikalisch zu Ende führen zu können.

Als die Kastraten aus der Mode kamen, setzte sich die heterosexuelle Ordnung auch auf der Bühne durch. Allerdings wurden Opern und Operetten mit Gesangseinlagen für Männerrollen mit hohen Stimmen noch immer komponiert und gespielt. Diese wurden dann von Frauen in sogenannten „Hosenrollen“ übernommen. Das bot auch noch einen pikanten Bonus, weil einen Blick auf das Bein einer Frau zu erhaschen, damals als höchst verwegen galt.

Charlys Tante und die Travestiekünstler

Im Übrigen leuchtet es ein, dass der Rollentausch natürlich dann besonders reizvoll und unterhaltsam ist, wenn die Geschlechterrollen in der Gesellschaft ansonsten ziemlich rigide sind. Insofern war der enorme Erfolg des englischen Theaterstücks „Charlys Tante“ von Brandon Thomas aus dem Jahr 1892 nicht wirklich überraschend. Die Farce erzählt von zwei Studenten, die mit zwei jungen Damen ausgehen wollen, dazu aber eine Anstandsdame brauchen. Weil die erhoffte Tante von Charly nicht rechtzeitig eintrifft, überreden sie einen Freund, eben diese Tante zu mimen…

Heute nicht mehr so bekannt, dafür damals umso mehr war die Britin Vesta Tilley (1864-1952), die in ihren Bühnenshows auch diverse Sketche einbaute, in denen sie die Männer ihrer Zeit karikierte.

Sie war über dreißig Jahre lang ein Star in der englischsprachigen Welt. Und sie war nicht die einzige, die als Frau mit der Imitation von Männern großen Erfolg hatte. Dragkings hat es genauso oft und prominent gegeben, wie Dragqueens – gerade an Orten, wo diese Kunst besonders populär ist, wie z.B. in San Francisco – von jeher eine Hochburg der „queeren Szene“.

Populärität über die „Szene“ hinaus erlangten meines Wissens in jüngster Zeit vor allem Dragqueens: wie „Dame Edna Everage“ – das Alterego des australischen Komikers und erfolgreichen Autors Barry Humphries. Mit dieser Figur trat der Komiker zum ersten Mal 1955 auf und hatte schließlich ihre Blüte mit einer eigenen Fernsehshow in England, die schließlich auch international ausgestrahlt wurde in den 80er und frühen 90er Jahren. Danach tauchte die Figur regelmässig in einer britischen TV-Serie auf und die 2000er Jahre waren geprägt von ihren Auftritten in einer zwei Personen Revue und in diesem Jahr gab Dame Edna ihre Abschiedstour… Barry Humphries ist letztes Jahr 80 geworden!

In Deutschland vielleicht bekannter ist das Travestieduo Mary & Gordy, alias Georg Preuße und Reiner Kohler die vor allem in den 80er Jahren höchst populär waren. Doch 1987 musste sich Kohler wegen eines Rückenleidens von der Bühne verabschieden und starb 1995 an Krebs. Preuße setzte seine „Mary“-Karriere bis in die 2000er Jahre solo fort.

Sowohl Humphries als auch Preußes und Kohlers Figur waren charakterisiert durch eine Überzeichnung des Weiblichen, viel Frivolität und grandiosen Kostümen – was typisch für das Genre der Travestie ist.

Gender-crossing zur Unterhaltung

Möglicherweise ist der Billy Wilder Film „Some like it hot“ (USA 1959) der lustigste „cross-dressing“ Film. Aber vielleicht weniger, wegen der beiden Musiker, die sich um der Rache der Mafia zu entgehen als Frauen verkleiden und fortan in einer Frauenband spielen, sondern weil der Film mit Tony Curtis, Jack Lemmon und Marilyn Monroe grandios besetzt ist und vor genialen Dialogzeilen nur so strotzt. Als ich den Film in den 80ern das erste Mal sah, habe ich Tränen gelacht. Doch als ich den Film vor einigen Jahren noch einmal sah, konnte ich mich zwar an Schauspiel, Dialog und Dramaturgie noch immer begeistern – doch das cross-dressing Element erschien mir eigentümlich überholt. Außerdem empfand ich den Film auf unterschwellige Weise als gleichzeitig männer- und frauenfeindlich…irgendwie menschenverachtend. Was, wenn man Wilders´ Biographie in Betracht zieht gar nicht so abwegig ist.

Vielleicht werde ich ihn nächstens noch einmal ansehen und meine Wahrnehmung überprüfen. Denn möglicherweise zeigt sich daran der Wandel unseres Zeitgeistes deutlicher, als man meinen möchte.

Eins der erfolgreichsten Bühnenstücke der 70er Jahre war „La Cage aux Folles“, was dann auch 1978 von den Franzosen verfilmt wurde. Die Handlung ist so simpel, wie spassig: ein Showproduzent und sein Travestiestar sind ein glückliches homosexuelles Paar mit Glamourfaktor – was alleine schon eine gewisse Komik garantiert – doch wird ihre Harmonie auf die Probe gestellt, als der Sohn des Produzenten aus seinem heterosexuellen Vorleben mit seiner Verlobten und deren hochkonservativen Eltern auftaucht. Um die Verlobung nicht zu gefährden, entschließt sich der Travestiekünstler auch im „normalen Leben“ die „Mutter“ zu spielen… Ebenfalls aus den Siebzigern stammt der Klassiker „Rocky Horror Picture Show“(USA 1975), ursprünglich ein Bühnenmusical, wurde es schließlich verfilmt. In dem Stück werden alle möglichen Grenzen auf unterhaltsame Weise überschritten werden und eben auch die Grenzen der Gender-Konventionen.

1982 kamen gleich zwei Filme zum Thema heraus, und – wie es der Zeitgeist so oft will – in eigentümlicher Komplementarität:

Der britische Filmhit Victor/Victoria, in dem die Engländerin Julie Andrews eine arme Sopranistin spielt, die erst Erfolg hat, als sie sich als „Graf Viktor Grazinski“ ausgibt, der Frauen darstellt… (Übrigens ein Remake eines deutschen Films von 1933.) ist gewissermaßen das Gegenstück zu dem amerikanischen Filmhit Tootsie: Dustin Hoffmann spielt einen brillanten Schauspieler, der als so schwierig gilt, dass keiner mehr mit ihm arbeiten will. Also gibt er sich als Frau aus und wird schließlich zum Fernsehstar…

Mitte der 90er Jahre war die Darstellung des bunten, aber auch zwiespältigen Lebens von Dragqueens noch so populär, dass die Amerikaner 1996 ein erfolgreiches US- Remake von „La cage aux folles“ mit Robin Williams und Nathan Lane in den Hauptrollen produzierten. Und auch der australische Independent-Film „Priscilla, Königin der Wüste (AUS 1994)“ wurde zum internationalen Erfolg. Eher eine Tragikomödie, erzählt der Film vom Schicksal dreier Dragqueens auf und abseits der Bühne.

Mit „The Crying Game“ (IRL 1992) erhält das Thema Einzug in das Genre des Psychothrillers. Vor dem Hintergrund der politischen Probleme Irlands wird auch die Vielfalt von Sexualität reflektiert.

Und weil seit mitte der 80er Jahre die Anzahl der Aidstoten immer weiter stieg, bekamen Homosexualität und Gender-Crossing eine neue, ernstere Aufmerksamkeit. Das mehrfach preisgekrönte Theaterstück „Angels in America“ (USA 1993) erzählt das Schicksal eines schwulen Paares, von dem einer an Aids erkrankt. Auf verschiedenen Handlungs- und Bewusstseinsebenen (viele der Figuren sind Engel und Geister) wird das Geschehen reflektiert. Es geht um Politik, um Homosexualität und um die amerikanische Geschichte.

Das Stück ist so geschrieben, dass mehrere Schauspieler mehrere Rollen übernehmen müssen und dafür mehr als einmal auch das andere Geschlecht darstellen.

Auch der spanische Filmemacher Pedro Almodovar liebt Figuren, die sich nicht eindeutig festlegen lassen und in seinem ebenfalls preisgekrönten Film „Alles über meine Mutter „(E 1999) spielen Transgender-Männer eine wichtige Rolle. Wiewohl der Film über die Almodovareske Dramaturgie verfügt in der höchste Tragik und höchste Komik berührend nah beieinander liegen und sich oft kreuzen, so zeigt er doch auf unaufdringliche Weise, wie zerrissen Transgender-Menschen oft sind. Es ist selten ein einfaches Schicksal – wenn ein Mensch von sich feststellt, dass sein Körper nicht zu seiner gefühlten geschlechtlichen Identität passt.

Trotz des anhaltenden Erfolgs von „La cage aux folles“ und vielen Dragqueen und einigen Dragking-Bühnenshows in vielen westlichen Großstädten, ist neben der Travestie nun auch der ernstere Aspekt der Gender-Mannigfaltigkeit Unterhaltungstauglich – und zwar durchaus auch in ernsten und dokumentarischen Darstellungen.

Die amerikanische Schauspielerin Glenn Close spielt die Titeltrolle in dem Film „Albert Hobbs“ (Irl/GB 2011), der die Geschichte einer Frau erzählt, die sich als Butler ausgibt, weil sie darin ihre einzige Chance sieht im Dublin des 19. Jahrhunderts selbstbestimmt zu leben.

Auch im Fernsehen gibt es inzwischen einige Serien, vor allem in Amerika, wo transgender-Charaktere mal als Haupt, mal als Nebenfiguren zu sehen sind, teilweise auch von echten transgender-Menschen gespielt.

2012 entschloss sich der deutsche TV Sender RTL 2 eine Doku-Serie auszustrahlen mit dem Titel „Transgender – Mein Weg in den richtigen Körper“. Darin werden sieben Transgender Personen auf ihrem Weg durch ihre Geschlechtsumwandlung begleitet. Dabei kommen auch Ärzte und Psychologen zu Wort. Bisher gibt es zwei Staffeln dieser Serie.

Und auch die Online-Plattformen widmen sich dem Thema. Amazon hat eine Serie mit dem schönen Titel Transparent (auf Englisch auch lesbar als Trans-Elternteil) produziert, in der ein älterer, geschiedener Vater beschließt, endlich einen langgehegten Wunsch zu verwirklichen und als Frau zu leben… Auch Netflix hat eine Transgenderfrau unter den Protagonisten seiner neuen Serie Sense8 – die auch tatsächlich von einer Transgenderfrau gespielt wird.

Außerdem gibt es übrigens einige Zeichentrickfiguren, die sich gerne mal als Frau verkleiden, wie Bugs Bunny und auch in den japanischen Manga ist das „cross-dressing“ fester Bestandteil der Figurengestaltung. Am bizarrsten vielleicht in den Futanari (das japanische Wort für Hermaphroditismus bzw. Androgynie) – einem pornographischen Genre von Computerspielen, Comics und Zeichentrickfilmen in denen die Figuren beide Geschlechter haben.

Ich glaube, die Entwicklung weit längst über die bereits erwähnten Dragkings und – queens hinaus. Zum einen gibt es längt einige prominente Transgendermänner, wie der Pornostar Buck Angel und Transfrauen, wie zuletzt Caitlyn Jenner, die spektakulär auf dem Cover von Vanity-Fair dieses Jahr ihre Entscheidung einer breiten Öffentlichkeit bekannt gab. Viele hatten auch schon ihren Übergang in der achtteiligen TV-Serie „I am Cat“ gesehen.

Transgender als Kunstform

Der vielseitige Musiker britische David Bowie und die jamaikanische Sängerin Grace Jones müssen unbedingt in diesem Kontext erwähnt werden, denn beide hatten massiven Einfluss auf die Musikszene und die Gesellschaft jener Zeit und teilweise bis heute.

David Bowies schillerndes Spiel mit Geschlechterrollen – wozu sein ohnehin apartes Aussehen mit zwei von Natur aus verschiedenen Augenfarben und markanten Gesichtszügen beitrug – und seine gelegentlich gezielt feminine und mindestens androgyne Erscheinung sowie das Schüren der Spekulationen über seine mögliche Bisexualität, machten sexuelle Mehrdeutigkeit in den 70er Jahren salonfähig.

Grace Jones wurde zunächst als Supermodel bekannt und schließlich als Sängerin. Die Tatsache, dass sie über zwei Oktaven singen kann, über 180 cm groß ist und ihr gezielt androgynes Erscheinungsbild prägte die Popszene der 80er Jahre und die Cross-Dressing Mode dieser Zeit.

Und dann gibt es jene, denen es dabei nicht um das Spektakuläre geht sondern, sondern die das ganze zu einer echten Kunstfigur erheben. In Deutschland haben wir die Kunstfigur Georgette Dee, eine Diseuse, Sängerin und Schauspielerin, deren bürgerlicher, männlicher Name der Öffentlichkeit nicht einmal bekannt ist.

Sie beherrscht perfekt die Gratwanderung zwischen den Geschlechtern – und drückt damit quasi in sich selbst die Faszination für die Qualitäten des anderen aus – indem sie zwischen beidem permanent changiert.

Denn das Verhältnis zwischen den Geschlechtern ist nun auch grundsätzlich von dem Spannungsfeld des gegenseitigen Mysteriums und häufig von Erotik geprägt.

Obwohl es in ihren selbstgeschriebenen Chansons, selten vordergründig darum geht, ob ein Mann eine Frau liebt oder umgekehrt, so geht es doch immer um die Liebe selbst – zu beidem. Georgette lebt wirklich beide Seiten…auf eine poetische, berührende, oft humorvolle, erotische und souveräne Weise. In gewisser Weise ist sie längt ihr eigenes Genre.

Auch die immer gern glamouröse Conchita Wurst ist eine Kunstfigur, immer in Abendkleidern, mit langem Haar, perfektem Make-up – und Bart. Sie ist das Alterego des österreichischen Sängers Tom Neuwirth und wurde bekannt als die österreichische Grandprixsiegerin von 2014. Seit dem ist sie vor allem in der Schwulen- und Lesbenszene eine prominente Figur. Ihr Anliegen ist es Menschen mit ihrer Erscheinung zum Nachdenken anzuregen – über sexuelle Orientierung und das anders sein an sich. Amüsanterweise erinnert ihr Bild viele an Jesusdarstellungen und tatsächlich gibt es Kommentatoren die diesbezüglich Bezüge herstellen. Selbst Kinder erinnern die photographischen Darstellungen oft an den berühmten Erlöser – gerade wegen des zarten, scheinbar weiblichen Gesichts – mit Bart.

An dieser Stelle möchte ich auch die junge Britin indischer Herkunft, Harnaam Kaur erwähnen, die vor

einigen Monaten Internet-Ruhm erlangte. Aufgrund eines speziellen medizinischen Umstands, eines sogenannten polyzystischen Eierstocksyndroms hat sie einen extremen Haarwuchs. Weil sie in den Glauben der Shiks initiiert wurde und damit bewusst akzeptierte, dass sie nun ihren Haarwuchs nicht mehr unterdrücken können würde – da das Schneiden von Haaren im Shik-Glauben untersagt ist, hat sie diesen – in ihrem Fall unfreiwilligen – Look beherzt angenommen und entschied sich gegen die gesellschaftliche Definition, wie Frauen auszusehen haben, zu wehren. Sie sagt: „Wir müssen begreifen, dass ein jeder von uns anders ist. Wir sind alle unperfekt perfekt. Ich möchte der Gesellschaft zeigen, dass wir alle unsere Individualität feiern können. Ich liebe meinen Bart und werde ihn ewig wertschätzen.“

Symptom des Zeitenwandels

Aber egal ob als Kunstfigur oder aufgrund eines mutigen Bekenntnisses zur eigenen Besonderheit: ich glaube, dass die Genderdiskussion derzeit so viel Aufmerksamkeit erfährt ist ein Hinweis. Genau wie die bereits erwähnte bärtige Venus im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ein Ausdruck des Übergangs vom Matriarchat zum Patriarchat war, so stehen wir wohl wieder an der Schwelle zu etwas Neuem – weg vom Postpatriarchat und dem Postfeminismus hin zu etwas, in dem weder das eine noch das andere Geschlecht dominiert. Sondern wo echte Balance und Harmonie möglich sind und wir erforschen können, was uns individuell anzieht und anziehend macht und dabei bewusst unsere Einzigartigkeit feiern – gemeinsam!

Von der Venus mit Penis zu Conchita Wurst, Teil 1

Das im vorigen Artikel beschriebene „Kontinuum zwischen den Polen von männlich-weiblich“ gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit schon genauso lange, wie es beide Geschlechter gibt. Und je nachdem, auf welche Zeit und Gesellschaft man den Blick lenkt, erfährt das Thema mehr oder weniger Aufmerksamkeit, mal mehr, mal weniger umstritten. In jedem Falle durchdringt es alle möglichen gesellschaftlichen Bereiche.

Mythologische Varianten

Die Hindus haben vielleicht die bezauberndste Gottheit, die der Vereinigung von männlich-weiblich einen würdigen Ausdruck gibt. Die bereits erwähnte hinduistische Gottheit Ardhanarishvara entspringt der vereinigten Gestalt von Shiva und seiner Partnerin Parvati und ist wirklich Mann und Frau in einem und damit ein Ausdruck der Ureinheit von allem, aus der alles entspringt… Die ältesten erhaltenen Darstellungen stammen aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.

Die alten Griechen haben in ihrer Mythologie den ebenfalls bereits erwähnten Hermaphroditos – der mit Penis und Brüsten sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale hat. Er wurde besonders auf Zypern als männlicher Ausdruck der Liebesgöttin Aphrodite verehrt. Der Kult des Hermaphroditos und der „bärtigen Venus“ hatte seine Blüte wohl um das 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Denn zu Hermaphroditos gehört auch unbedingt Androgyne. Über diese Gottheit ist nichts bekannt, außer dass es Gegenden im antiken Griechenland gab, wo eine bärtige Göttin verehrt wurde. Ein Ausdruck dieses Kults war, dass die Anhänger sich als Angehörige des anderen Geschlechts verkleideten.

Dies sind laut dem britischen Mythenforscher Robert von Ranke-Graves religiöse Stufen im Übergang von Matriarchat zu Patriarchat. Er zählt auch die oft weibische Darstellung des Fruchtbarkeitsgottes Dionysos dazu.

Im späteren Mythos von Ovid (um Beginn unserer Zeitrechnung) ist von der Kultfigur nichts mehr übrig. Stattdessen erleidet der Sohn der Götter Hermes und Aphrodite – denen er auch seinen Namen verdankt – ein tragisches Schicksal, das ihn letztlich zu einem unglücklichen Doppelwesen macht. Das entspricht der Haltung des Patriarchats und seinem Hang zu klaren Grenzen. Und passend auch dazu sein Name als Beschreibung eines „Missstandes“ in der Natur, nämlich wenn Wesen „doppeltgeschlechtlich“ sind – wie z.B. Schnecken oder Regenwürmer. Früher galt der Begriff „Hermaphroditismus“ auch für Menschen, mit beiden Geschlechtsmerkmalen. Aber das ist sowohl biologisch, als auch kulturell überholt. Biologisch gilt er nur noch für Wesen, die auch in „beide Richtungen“ fortpflanzungsfähig sind, in der Biologie auch als „Zwitter“ bezeichnet und kulturell ist heute der korrekte Begriff intersexuell.

Die alten Ägypter hatten ebenfalls eine doppelgeschlechtliche Gottheit: Hapi war zuständig für die jährliche Überflutung des Nilufers und also Ausdruck einer reichhaltigen Befruchtung. Er war männlich, trug einen Bart und hatte doch Hängebrüste und einen großen Bauch.

Interessanterweise gibt keine Legenden, in denen die wirklich besondere, vielleicht sogar heilige Eigenschaft dieser Gottheiten Beachtung findet: nämlich ihre einzigartigen Möglichkeiten beide Geschlechter beglücken zu können…

Spirituelle Funktionen

Doch tatsächlich gilt in einigen Kulturen die „Zweigeschlechtlichkeit“ als heilig. Natürlich weniger, wegen der sexuellen Möglichkeiten, als wegen ihrer Verortung in diesem „besonderen Zwischenraum“. Menschen, die sich darin aufhalten, gelten als besonders …grenzkundig… sind. Und auch, weil sie dadurch dem Göttlichen vielleicht näher sind und gar über magische Fähigkeiten verfügen.

Schamanen in Frauenkleidung

So ist es unter den mongolischen Schamanen des Bo-Kultes Sitte, dass der initiierte Schamane Frauenkleidung trägt. Auch in alten Germanengräbern fand man jüngst Männerkörper in Frauenkleidung und vermutet, dass es sich um Schamanen handelte… Auch wenn ich persönlich prä-historische Travestiekünstler durchaus vorstellbar finde!

Two Spirits

Die in den USA anerkannten, sogenannten „Two Spirits“, die von sich sagen, dass sie beides absolut gleichwertig sind, weil in ihrem Körper sowohl eine männliche, als auch eine weibliche Identität wohnt. Diese spezielle Position und oft besondere spirituelle Rolle wird bei vielen nordamerikanischen Indianergruppen gewürdigt und unterstützt. Bei den meisten Indianerstämmen gibt es keine streng getrennten Geschlechterrollen, aber bei jenen, wo das der Fall ist, werden mindestens vier unterschieden: männliche Männer, weibliche Männer, männliche Frauen und weibliche Frauen.

Radical Faeries

In diese Rubrik passen wohl auch die „Radical Faeries“: eine weltweite lose Gruppe von Menschen, die den heterosexuellen Lebensstil ablehnt und nach einem neuen, queeren Ausdruck sucht. Dabei spielt Spiritualität in einem undogmatischen Sinn eine gewisse Rolle. Ihnen liegt die Überwindung konventioneller Geschlechterrollen am Herzen zugunsten eines generell achtsamen Umgangs miteinander. Als erste Bewusstseinsbewegung, die aus der Homosexualität entspringt ist sie ein weltweites Phänomen. Sie hat ihren Ursprung in der schwulen Szene der 70er Jahre in Amerika. Ursprünglich war „fairy“ ein abwertender Ausdruck im Englischen für einen homosexuellen Mann, doch diese Gruppe hat ihn offensichtlich heiter umdefiniert und identifiziert sich mit der ursprünglichen Bedeutung: der Fee als natürlichem und Naturwesen…

Ethnologische Nischen

In einigen Ländern ist die Transgenderkultur schon länger viel offensichtlicher und etablierter, als im Westen:

Hijra

In den Gesellschaften Südindiens gibt es die Gemeinschaften der „Hijra“, die als Mitglieder des „dritten Geschlechts“ definiert werden, was auch formaljuristisch seit 2009 Gültigkeit hat.

Meist sind dies Männer, die einen weiblichen Ausdruck vorziehen. Traditionell verdienen Hijras ihr Geld und ihre Anerkennung durch Tanzen und Segnungen bei Hochzeiten, Hauseinweihungen und Geburten von Söhnen. Doch das reicht meist nicht aus und weil kaum andere Berufe zur Wahl stehen, arbeiten viele als Prostituierte.

Hijras begreifen sich Schutzbefohlene der Göttin Bahuchara Mata, die überhaupt von den Transsexuellen Indiens angebetet wird. Diese launische Hindu-Göttin hat einige heftige Mythen: u.a. betete einst ein König sie um einen Sohn an. Der Sohn wurde geboren, doch war er impotent. Die Göttin erschien dem Prinzen im Traum und befahl ihm, sich die Genitalien abzuschneiden, Frauenkleidung zu tragen und ihr zu dienen – wenn er das nicht täte, würde er die nächsten sieben Inkarnationen impotent sein müssen… So springt diese wenig barmherzige Göttin mit impotenten Männern um und das erklärt auch die häufige, oft rituelle Selbst-Kastration und das Zölibat der Hijras. Es gibt auch eine andere Legende, in der sie eine indische Braut war, der sich ihr Mann verweigerte und stattdessen lieber im Wald in Frauenkleidern herumlief – aus Rache kastrierte sie ihn…

Chanit

Im Oman leben die Chanith (oder Xanit) – ist das umgangssprachliche Wort im Oman für Männer, die die männliche Geschlechterrolle ablehnen und/oder aus westlicher Sicht intersexuell sind. Sie werden im Prinzip als Eunuchen angesehen, denn sie besitzen männliche Geschlechtsorgane sind jedoch sexuell nicht aktiv und gelten also als impotent. Im omanischen Verständnis bedeutet Mann = sexuell aktiv. Wer als Mann nicht mit einer Frau sexuell aktiv sein kann oder will – dem bleibt diese Nische im Gendercode.

Die Chanit haben einen Zwischenstatus, sowohl von ihrer Erscheinung her als auch im sozialen Gefüge. Sie tragen sowohl Männer- , als auch Frauenkleidung – wobei sich letzterer oft in der Farbgebung von üblicher Frauenkleidung absetzt. Sie haben einen halblangen Haarschnitt, den sie unverhüllt tragen. Im Verhalten sind sie Frauen meist näher, sie benutzen viel Parfum, bewegen sich weiblich und sprechen gerne mit hoher Stimme. Aufgrund ihrer Grenzposition können sie sich sowohl im häuslichen Bereich der Frauen, wie auch im öffentlichen Bereich der Männer bewegen. Bei Hochzeiten und anderen wichtigen Ereignissen nehmen sie eine wichtige Rolle ein.

Kathoey

Im thailändischen Verständnis umfasst Kathoey ursprünglich alle, die von ihrem ursprünglich biologischen männlichen bzw. weiblichen Rollenverständnis abwichen. Schon in den buddhistischen Ursprungsmythen ist von drei Geschlechtern die Rede – nämlich, männlich, weiblich und „zwitter“ – eben Kathoey und welches Geschlecht wir haben, ist auch – nach buddhistischer Lehre – von unserem Karma abhängig und man kann niemandem sein Karma und seine Folgen vorwerfen. So ist ihre Akzeptanz in der thailändischen Gesellschaft ist viel älter und weitreichender, als die Trans- oder Intersexueller in westlichen Gesellschaften.

Meist sind die Kathoey biologische Männer mit femininen Eigenschaften oder weiblicher Identifikation, die maskuline Männer begehren. Sie schlüpfen entweder dauerhaft oder gelegentlich in weibliches Rollenverhalten, inklusive Kleidung und Make-up. Manche von ihnen sind auch echte transsexuelle, inklusive Operationen und Hormonbehandlung.

Doch auch für sie ist der Arbeitsmarkt schwierig, meist sind sie in der Unterhaltungsindustrie und im Rotlichtmilieu beschäftigt.

Fa‘afafine

Auch in Polynesien wird ein drittes Geschlecht gesellschaftlich anerkannt. In der Regel sind die Fa’afafine bei ihrer Geburt männlich, aber verfügen über ausgeprägte männliche und weibliche Eigenschaften – die sie auf einzigartige Weise in ihrer Gesellschaft zum Ausdruck bringen können. Meist werden sie schon als Kinder identifiziert, wenn sie selbst merken, dass sie Dinge lieber auf weibliche Weise als auf männliche Weise tun. Von ihrer Erscheinung her können sie extrem weiblich bis extrem männlich wirken. Sie sagen von sich, dass ihre Rolle nicht mit der Homosexueller anderer Gesellschaften vergleichbar ist, auch wenn ihre Partner in der Regel männlich sind, gelegentlich auch weiblich und selten ebenfalls fa’afanfine.

Eingeschworene Jungfrauen

Burrneashas oder Virgjineshas sind Frauen auf dem Balkan, die in ihrer Familie die Rolle des Mannes übernehmen. Sie legen vor den Ältesten ihrer Gemeinde einen entsprechenden Schwur ab und werden fortan an als Mann behandelt. Sie tragen Männerkleidung und Waffen und verzichten auf sexuelle Beziehung und eine Ehe. Sie sind die einzige institutionalisierte Cross-Gender Kultur in Europa.

Das Abschwören von der Weiblichkeit war oft die einzige Möglichkeit für eine Frau einer arrangierten Verheiratung zu entgehen, ohne dass ihre Familie entehrt wurde. Außerdem war es für Familien, in denen es an Männern fehlte, eine Möglichkeit, den Schutz und die Autorität ihres Klans zu erhalten. Das war in einer Region, in der oft alle erwachsenen männlichen Familienmitglieder Opfer von Blutrache wurden, oftmals nötig. Dies war vor allem in ländlichen Gegenden üblich und nicht nur auf Albanien beschränkt, doch ist Albanien heute der einzige Ort wo noch ein paar Dutzend eingeschworener Jungfrauen leben.

Situative Notwendigkeit

Und immer wieder hat es Situationen gegeben, in denen die Kleidung des anderen Geschlechts das Leben gesichert oder massiv erleichtert hat. So haben sich während der Kriege immer wieder Frauen als Männer verkleidet, um Vergewaltigungen zu entgehen, oder Männer als Frauen, um unbeschadet desertieren zu können oder einem Massaker zu entgehen.

Außerdem haben immer wieder Menschen ihr biologisches Geschlecht verleugnet, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, was eben dem anderen Geschlecht vorbehalten war:

Dazu gehört z.B. die Chinesin Hua Mulan (die Vorlage des Disney-Films Mulan), die sich zur Zeit der nördlichen und südlichen Dynastien (420-589) als Mann verkleidete, um ihrem alten, gebrechlichen Vater den Krieg zu ersparen, so erzählt es jedenfalls eine alte Ballade. Man weiß nicht, wieviel Wahres daran ist.

Genauso auch ist die Geschichte von Päpstin Johanna umstritten – doch hat sie bis heute nichts von ihrer provokativen Kraft eingebüßt: im Mittelalter soll eine kluge und gelehrte Frau sich als Mann verkleidet durch die klerikalen Hierarchien bis zur Papstposition aufgestiegen sein. Doch soll sie während einer Prozession ein Kind geboren haben und kurz danach gestorben sein – entweder durch natürliche Umstände oder durch Mord…

Eine sicherlich reale Kämpferin in Männerkleidung war Johanna von Orléans (c.1412-1431) – die allerdings nie leugnete, eine Frau zu sein. Im Gegensatz zur Spanierin Catalina de Erauso (1592-1650) der es bis zu ihrem eigenen Geständnis gelang, unentdeckt als Soldat in der spanischen Armee in Süd-Amerika diente.

Shi Pei Pu war ein männlicher Sänger der Peking Oper, dem es während der Kulturrevolution gelang den französischen Diplomaten Bernard Boursicot davon zu überzeugen, dass er eigentlich eine Frau war. Doch schließlich kam die Wahrheit auf spektakuläre Weise ans Licht. Die Geschichte ist recht dramatisch und wurde zur Grundlage des Theaterstücks und gleichnamigen Films „M.Butterfly“ von David Henry Hwang.

Gesellschaftliche Provokation

Gar nicht heimlich, dafür aber vielleicht umso provokativer, agierte der französische Diplomat, Soldat und Spion Charles Geneviève Louis Auguste André Timothée d’Éon et Beaumont allgemein bekannt als Chevalier d’Eon (1728-1810) – der die ersten fünfzig Jahre seines Lebens als Mann lebte und sich dann entschied den Rest seines Lebens als Charlotte zu leben. Da er Zeit seines Lebens zwischen den Geschlechtern oszillierte – er veranstaltete u.a. Fechtduelle in Frauenkleidern, rätselte Frankreich bis zu seinem Tod um sein wahres Geschlecht. Als er starb wurde es schließlich öffentlich, dass er männliche Genitalien hatte.

George Sand (1804-1876) war das Pseudonym der französischen Schriftstellerin Amandine Aurore Lucile Dupin v war eine Schriftstellerin im frühen 19. Jahrhundert, die Männerkleidung der Frauenkleidung vorzog. Sie rebellierte gegen die traditionelle Frauenrolle in ihrer Gesellschaft: schließlich verdiente sie mit dem Schreiben ihren Lebensunterhalt und versorgte nach ihrer Scheidung ihre Kinder selbst. Sie war eine frühe Feministin.

Besonders interessant ist das fiktive Alterego des französisch-amerikanischen Künstlers Marcel Duchamp (1887-1968), der als schöne und erotische Rrose Sélavy (Rose ist ein Anagram von Eros und Selavy ist eigentlich c’est la vie: Eros – das ist das Leben) seiner weiblichen Seite Ausdruck gab. Zunächst auf Photos seines Freundes Man Ray und als selbständige Künstlerin mit eigenen Kunstwerken und Texten…

Und als Abschluss zu diesem Aspekt möchte ich die deutsche Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich (1901-1992) erwähnen, die in ihrem ersten Hollywoodfilm „Marokko“ (USA 1930) erstens einen Smoking trug und zweitens eine Frau küsste. Bis dahin war der Smoking ein den Männern vorbehaltenes Kleidungsstück gewesen und Marlene fand überhaupt Gefallen darin, sich in Herrenkleidung fotografieren zu lassen. Die von ihr gerne getragenen weit geschnittenen und hoch in der Taille sitzenden Stoffhosen wurden als „Marlene-Hosen“ bekannt und unterstrichen ihre androgyne Ausstrahlung, die Männer, wie Frauen gleichermaßen reizte. Der britische Theaterkritiker und Autor, Kenneth Tynan, der mit ihr befreundet war, erklärte: „Sie hat Sex, aber kein eindeutiges Geschlecht.“

Im nächsten Artikel werde ich mich der Frage widmen, was an der öffentlichen Überschreitung der Geschlechtergrenze so reizvoll ist, das sie ein fester Bestandteil unserer Unterhaltungsindustrie geworden ist und auch warum es so viel mehr Dragqueens als Dragkings gibt…

 Anmerkung zum Schluss: die Recherche für diesen Artikel wurde ungemein durch Wikipedia erleichtert. Danke allen, die mit ihrer Arbeit diese Plattform unterstützen.